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    Ursachen von Darmverstopfung / Obstipation

    Darmvertstopfung-Obstipation_A17243571_330x450Das absolut genialste, effektivste Kraftwerk dieser Welt ist sicher Ihre Verdauung- wenn sie denn nach universellem Plan verläuft.

    Dass dies leider oft nicht so ist, belegen Statistiken: 34 % der Menschen in Deutschland gelten als problembehaftet seitens der Verdauung und zwar oft in Form Form von Verstopfung (Obstipation). Die Dunkelziffer soll bei mindestens 50% liegen. Dabei sind Frauen ca. dreimal häufiger betroffen und es kommen immer mehr Kinder hinzu.

    Die WGO (Weltgesundheitsorganisation bzw. Weltweite Organisation für Gastroenterologie) hat deshalb den 29. Mai zum Weltverdauungstag erklärt.

    So funktioniert Verdauung ohne Verstopfung

    Vom Mund in den Magen…
    Bereits vor und während der Nahrungsaufnahme schießen unbewusst unzählige Signale durch den Körper. Es werden verdauungsfördernde Sekrete im Mund und Rachenraum sowie der Speiseröhre und auch schon in den inneren Verdauungsorganen bereitgestellt und somit die Nahrungserschließung eingeleitet. Mit ausreichendem gründlichem Kauen können Sie auch einen bewussten weiteren Beitrag leisten, diese optimal vorzubereiten.
    Durch die Speiseröhre gelangt der vorbereitete Nahrungsbrei in den Magen, wo dieser durch kräftige Muskelarbeit mittels Magensack weiterverarbeitet wird.

    Unter dem Einfluss der Magensekrete der Schleimhautdrüsen (z.B. Salzsäure) wird die Nahrung für die weitere Verdauung in den anderen Verdauungsorganen aufgeschlossen und zubereitet.

    … und vom Magen in den Darm…
    Der Pförtnermuskel des Magens portioniert die Nahrung in den Zwölffingerdarm. Dort wird sie durch eintretende Sekrete der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) und die Gallenflüssigkeit aufgespalten, z.B. wird Fett in eine Fettsäure und Glycerin aufgespalten. Gleichzeitig mit der Galle gelangen Stoffwechselprodukte, Gifte aus der Leber zum Nahrungsbrei um weiter verarbeitet zu werden.
    Nun sind die Nahrungsbestandteile so in ihre Grundsubstanzen, Fette, Kohlehydrate und Eiweiße, aufgespalten, dass sie im Dünndarm aufgenommen und somit als „Brennstoff für die Zellen“ bereitgestellt werden können.

    Der Dünndarm ist mit seiner Länge von ca. 7 m das größte Immunorgan unseres Körpers. Die Weiterleitung der Nährstoffe geschieht hauptsächlich durch den Transport über die Dünndarmzotten in die Blut- und Lymphbahnen, aber auch durch den molekularen Durchtritt durch die Schleimhaut / Darmwände.

    .…und vom Darm wieder hinaus – wenn es denn funktioniert
    Die übrig bleibenden grobmateriellen Reste, wie Fasern, Ballaststoffe, werden in den ca. 1,5 m langen Dickdarm (Kolon) transportiert. Dort wird Ihnen weiter Flüssigkeit, Wasser sowie Mineralien entzogen, und dem Körper zur Verfügung gestellt. Der nicht mehr verwertbare Rest wird weiter verdickt (desh. Dickdarm) und durch den Mastdarm (Rektum) abgeführt.

    Dies als ganz grobe Übersicht, natürlich finden sehr viele hoch komplizierte und komplexe Vorgänge statt. Der Darm wird nicht umsonst als „Bauchhirn“ bezeichnet.
    Die gesamte Darminnenwand hat mehr als 100 Millionen Nervenzellen, die in ihrer Geflecht-Struktur dem Gehirn entsprechen. Ebenso wie Gehirnzellen reagieren die Darmnerven auf Glücks-und Stresshormone.

    Wann liegt Verstopfung vor?

    In der Regel wird davon ausgegangen, dass sowohl drei Stuhlentleerungen täglich als auch drei Stuhlentleerungen wöchentlich normal sein können. Allerdings sollte bei gesunder Ernährung und Lebensweise die tägliche Stuhlentleerung die Regel sein. Die meisten Ärzte und Therapeuten sprechen von einer Verstopfung (Obstipation) bei folgenden Problemen mit der Stuhlentleerung:

    • Schmerzhafte Stuhlentleerung oder stark verfestigter Stuhl, unabhängig von der Frequenz
    • Unvermögen, trotz Stuhldrang genügend Stuhl zu entleeren, einhergehend mit dem Gefühl nicht alles entleert zu haben
    • Unvollständige Stuhlentleerung (zu kleine Portionen; führt zu Stau im Enddarm)
    • Seltene Stuhlentleerungen: 3-4 oder mehr Tage ohne Stuhlentleerung kann als Verstopfung angesehen werden

    Keine wirkliche Verstopfung liegt vor,

    • wenn Sie vorübergehend krank sind und/ oder wenig essen, deshalb die Stuhlmenge verringert ist und die Abgabe in größeren Abständen (aber regelmäßig) erfolgt
    • wenn Sie auf Reisen sind und mehrere Tage keinen Stuhlgang haben
    • wenn Sie in einer (temporären!) stressigen Phase sind, emotional sehr belastet sind, in Prüfungszeiten vorübergehend keinen Stuhlgang haben
    • wenn es nicht von einem der oben erwähnten Beschwerden begleitet ist kann harter Stuhl oder Stuhl von großem Kaliber als Normalbefund angesehen werden

    Ausnahme
    Bei voll gestillten Kindern ab 2 Monaten kann es auch vorkommen, dass sie mehrere Tage keinen Stuhlgang haben, dann aber sollte er weich sein.

    Ursachen für Verstopfung

    Häufige körperliche Ursachen

    • Ungenügender Ballaststoffgehalt (z. B. Pflanzenfasern) der Nahrung
    • Geringe Flüssigkeitszufuhr (mindestens 1, 5 bis 2, 5 l je Tag)
    • Wenig Bewegung
    • Hoher Anteil an Milch oder Milchprodukten in der Nahrung
    • Hoher Anteil an Fleisch oder Fleischprodukten in der Nahrung
    • Entzündungen und Einrisse (Fissuren) im Schließmuskelbereich
    • Hämorrhoiden
    • Streptokokkeninfektionen des Enddarms und Schließmuskels
    • Folge von Behandlungen mit Antibiotika
    • Arnzeimittelnebenwirkungen
    • Zunehmend Kuhmilchallergien- bzw. Kuhmilchunverträglichkeiten
    • Glutenallergien und Glutenunverträglichkeiten
    • Andere Stoffwechselprobleme, die meist nicht als solche (an) erkannt werden
    • Chronische Azidose (ernährungsbedingte Übersäuerung) (nicht verwechseln mit Blutübersäuerung)

    Sollte die Verstopfung plötzlich auftreten und mit Koliken, starken Schmerzen oder gar Blut einhergehen, müssen Sie sofort zum Arzt gehen, um eine organische Erkrankung auszuschließen!
    Gleiches gilt, wenn Verstopfung und Durchfall sich ständig abwechseln.
    Auch eine anhaltende Verstopfung muss dem Arzt vorgestellt werden.

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    Psychische Ursachen

    Einen großen Einfluss hat die Psyche auf die Verdauung. Sie kennen die Sprüche: „Ich bin sauer auf…. “, „Es schlägt mit auf den Magen.“, „Das ist ja zum K…(Erbrechen)“, „Jetzt hab ich’s aber satt“ oder „Das muss ich erst einmal verdauen“.
    Es gibt eine signifikante Wechselwirkung zwischen Emotionen und Stoffwechselvorgängen im Körper und Gehirn und auf die Organfunktionen. Ihr Darm reagiert besonders sensibel auf psychische Belastungen.

    Häufige psychische Ursachen für Verstopfung:

    • Schmerzhafte oder unangenehme Erlebnisse in Zusammenhang mit der Darmentleerung in früher Kindheit, besonders im Alter von 1-4 Jahren, wenn die Kontrolle über den Schließmuskel erlernt werden soll. Die Kinder vermeiden solche Erlebnisse und halten instinktiv den Stuhlgang zurück. Dies prägt sich manchmal ins Unterbewusstsein ein und wirkt von dort (unbewusst) jahrelang weiter.
    • Auch andere unangenehme Erlebnisse, die Sie „nicht loslassen“ oder „ausweglose“ Situationen können dazu führen, dass Sie sowohl mental wie auch körperlich unbewusst zurückhalten
    • Es gibt einen engen Zusammenhang zwischen Migräne und Verstopfung
    • Unsere täglichen Gewohnheiten, Hektik, Bequemlichkeiten, mangelnde Qualität der Zutaten und Zubereitung der Nahrung und auch die Art des Essens- meist zu schnell und zu gestört von der Umgebung- können schon zu Verstopfung führen.
    • Umgebungsfaktoren (Stress (s. o.), Zeitdruck, Leistungsdruck, Job, Kindergarten, Schule, Reisen)
    • Unterdrückung des Stuhldranges

    Folgen von Verstopfung und Verdauungsproblemen

    Ist der Darm erst einmal verstopft und wird nicht gereinigt, schreitet automatisch die Verstopfung immer weiter voran.
    Es entsteht Fäulnis im Darm, die den Körper regelrecht vergiften kann.
    Abgesehen von den unangenehmen Gefühlen der Völle, der oftmals auftretenden Schmerzen und lästigen Blähungen, leidet die Leistungsfähigkeit. Oftmals entsteht Müdigkeit, Abgeschlagenheit, auch unreine Haut und Mundgeruch, die Allergiebereitschaft wird erhöht u. v. mehr.
    Unbehandelt können ernsthafte chronische Krankheiten entstehen.

    Was tun gegen Verstopfung?

    So wie Sie ein einzigartiges Individuum sind, ist auch Ihre Art der Verdauung einzigartig. Das heißt, Sie sind die/ der Experte/in für Ihren Körper.
    Sie wissen am besten, welche Ereignisse und Ursachen, siehe oben, für Ihre Verstopfung ausschlaggebend sind. Wenn es Ihnen nicht sofort alles klar ist, analysieren Sie, assoziieren Sie und hören Sie in sich hinein.

    Wichtig ist, sich des Problems nicht eingleisig mit z. B. der Einnahme eines Abführmittels anzunehmen, sondern Körper, Psyche und Geist mit einzubeziehen!
    Die Gefahr der Gewöhnung des Darms an das Abführmittel ist, dass er irgendwann überhaupt nicht mehr eigenständig funktioniert. Manche Mittel begünstigen sogar die Entstehung von Krebs.
    Deshalb ist es auch besonders wichtig, den Darm auf natürliche Weise wieder in Schwung zu bringen. Ihr Ziel muss immer sein, ohne jedes Mittel beschwerdefrei verdauen zu können.

    Doch wenn der Darm erst einmal verstopft ist, braucht es eine klug und gut gemischte Kombination aus natürlichen Methoden.
    Wichtig ist auch, dass Sie nicht mit dem „Brecheisen“ beginnen.
    Besonders wenn Sie sich schon angeschlagen und schwach fühlen, gehen Sie bitte sanft vor und haben Sie Geduld. Jede Umstellung diesbezüglich dauert ca. vier Wochen.

    Suchen Sie sich aus den folgenden Methoden und Mitteln die für Sie zutreffenden und passenden heraus. Folgen Sie dabei Ihrem „Bauchgefühl“!
    Die folgenden Punkte werden weiteren Beiträgen noch ausführlicher dargestellt:

    • Als erste Hilfe gibt eine eine Reihe von Hausmitteln, Abführmitteln, Naturheilmitteln und Kuren die für eine erste Erleichterung sorgen können.

    Ein ganzheitlicher Ansatz für eine dauerhaft gesunde Verdauung ohne Verstopfung sollte folgende Punkte beinhalten:

    • Unumgänglich und die allerbeste Voraussetzung ist meist die Ernährungsumstellung
    • Sehr wichtig: Ihre Flüssigkeitszufuhr!
    • Forschung nach Allergien oder Unverträglichkeiten
    • Abbau von Stress und schaffen von Rhythmus
    • Eine harmonische Esskultur
    • Darmtraining
    • Bewegung im Alltag
    • Üben von Entspannungsmethoden

    Weiterführende Informationen finden Sie unseren Beiträgen zum Thema Verstopfung >>

    Bildnachweis: ⓒ Denys Prokofyev / panthermedia.net