Bedingungsloses Grundeinkommen

    Artikel Nummer Eins zur Serie Bedingungsloses Grundeinkommen

    In Science-Fiction-Szenarien wird der allgemeine, allen Menschen zugängliche Wohlstand in aller Welt längst durchgespielt. In der Realität steht das Vermögen Weniger nach wie vor dem Kampf um angemessenes Verdienst oder gesunde Nahrung Vieler gegenüber.

    Wie wäre es, hätten tatsächlich alle auf der Welt ein Grundeinkommen, mit dem Sie ohne Bedingungen zumindest das Notwendigste wie Kleidung und Wohnung finanzieren könnten?

    Zu einem Grundniveau des Lebens gehört auch eine – mindestens begrenzte – Sorglosigkeit um das monatliche Grundeinkommen.

    Thomas Morus schrieb über die Idee eines bedingungsloen Grundeinkommens schon 1516 in seinem Roman »Utopia«. Er wollte sie als Gegenmaßnahme gegen Diebstahl verstanden wissen.

    Könnte jeder sein Leben sicher bestreiten, müsste niemand stehlen. Besonders in schwierigen Zeiten und Regionen greifen Menschen immer noch gezwungenermaßen zu ungewöhnlichen, leider auch illegalen Mitteln, um zu überleben.

    Bedingungsloses Grundeinkommen als Lebensretter

    Die Chance auf selbständiges Finanzieren eines würdigen Lebens wäre also schon mal EIN großer VORTEIL des bedingungslosen Grundeinkommens. Der größte Anteil der zunehmenden Kriminalität würde auf einmal überflüssig werden. Auch Korruption ist hierin mit eingeschlossen. Alle damit verbunden Folgen materieller, psychischer und energetischer Art entfielen.

    Vor allem Menschen, die nur aus purer Not zu illegalen Mitteln greifen, würden eine immense Entlastung durch gesicherte Lebensbedingungen mit einem Grundeinkommen erfahren.

    Dass es darüber hinaus für die 8,8 Millionen Verhungernden (mit Todesfolge) – jährlich!!! – DIE Rettung wäre, braucht wohl kaum erklärt zu werden. Für die Milliarde Hungernder dieser Erde wäre endlich das Ende der Not eingeleitet.

    Eine Erde, EIN Reichtum für alle durch sicheres Grundeinkommen

    Es ist unfassbar! Auf diesem unserem blühenden Planeten, mit ausreichend natürlichen Ressoucen für jeden Menschen und jedes Wesen, verfügt die Mehrheit der menschlichen Bewohner nicht mal annähernd über so grundlegende Mittel wie genügend Nahrung oder den Hauch einer sozialen Versorgung, um gesund und würdig zu überleben.

    Der Reichtum der Erde würde für alle Bewohner ausreichen, ohne einen einzigen ernsthaft zu benachteiligen.

    Das ist statistisch mehrfach berechnet, wurde in theoretischen Modellen durchgespielt und lässt sich nach praktischen Tests in kleinem Probantenkreis problemlos auf die gesamte Weltbevölkerung hochrechnen.

    Nur einen Haken hat alle Rechnerei. Das momentane Weltvermögen ist sehr ungerecht verteilt. Lösungsansätze stehen seit vielen Jahren ohne nennenswerte Ergebnisse in der politischen und gesellschaftlichen Diskussion.

    Das  bedingungslose Grundeinkommen wäre ein erster Schritt, DER wichtigste Schritt in Richtung Gerechtigkeit und Einheit.

    ALLE Menschen sitzen in EINEM Boot – wieso nicht mit gleichem Grundeinkommen?

    Alle Menschen sind in Wirklichkeit eine gewisse Einheit. Dauerhaft ist eben nicht »des einen Leid, des andern Freud’.«
    Die Idee vom bedingungslosen Grundeinkommen darf angesichts dieser Tatsache kein »Utopia« bleiben.

    Wenn alle das verstehen könnten, wäre allem sozialen Elend die Grundlage entzogen. Davon würden alle profitieren, auch die, die im Reichtum schwimmen, deshalb Angst um ihren übermäßigen Besitz haben und diesen mit allen Mitteln verteidigen.

    Leider sind gerade sie am stärksten darauf bedacht, ihr Vermögen zu mehren – koste es, was es wolle. Der Planet wird von ihnen ohne Rücksicht auf begrenzte Ressourcen leergenutzt.
    Die finanzielle Not andere Menschen ist ihnen ein Ansporn für noch stärkere, unmäßige Ausbeutung, die den Abhängigen doch nur minder sichere soziale Verhältnisse bringt.

    Menschenwürde keine Frage der Finanzierbarkeit eines Grundeinkommens

    Gesundheit ist auch eine Frage der psychischen Verfassung des Einzelnen, des Umweltschutzes im Gesamten sowie des Selbstwertgefühls aller Mitglieder unserer Weltgemeinschaft. Darin liegt ein weiterer WICHTIGER Grund, ein bedingungsloses Grundeinkommen von der Diskussion in die Umsetzung zu bringen.

    Niemand müsste unter unwürdigen Bedingungen, die noch immer und längst nicht mehr nur in ärmeren Ländern vorherrschen, die meiste Lebenszeit bei teilweise schwerster Arbeit verbringen.

    Auch dem Druck in den modernen entwickelten Ländern, die Angst der großen Mehrheit vor Arbeitslosigkeit, wäre die Grundlage entzogen.

    Es wäre nicht länger nötig, Freundlichkeit am Arbeitsplatz als Luxus und »Ellenbogengesetze« als unausweichliches Alltagsübel zu betrachten. Eine entspannte Arbeitsatmosphäre würde zum bestimmenden Faktum gesunden Miteinanders. Von dort würde die Lebensstimmung auch positiven Einfluss auf das Gesellschaftskriterium Familie nehmen.

    Und weltweit wäre Kinderarbeit endlich, das was sie eigentlich ist: verboten.

    Werden alle Menschen mit festem Grundeinkommen faul?

    Das Gegenargument, dann wolle niemand mehr arbeiten gehen, kann als haltlos zurückgewiesen werden. Menschen sind Schöpfer. Jeder möchte Dinge erschaffen, sich nützlich fühlen, etwas bewegen. Gerade der Druck am Arbeitsplatz und folglich in vielen Familien unterdrücken die Kreativität. Zahlreiche psychische und körperlich chronische Leiden werden zusätzlich verursacht und somit durch die Angst ums Überleben die Leistungsfähigkeit nachhaltig beeinträchtigt.

    Außerdem hätte mit dem bedingungslosen Grundeinkommen jeder die Möglichkeit, seine Lebensqualität durch Arbeit zusätzlich zu verbessern.

    Das ist ein guter Anreiz. Arbeitet jeder nur einen Teil seiner Zeit, bleibt ihm der andere für seine kreativen Tätigkeiten und Hobbys. Damit verbessert sich das familiäre Zusammenleben WESENTLICH. Andererseits stünden im gleichen Maß mehr Arbeitsplätze zur Verfügung.

    Bedingungsloses Fortschritts-Jumping beim Grundeinkommen statt gnadenloses Preis-Dumping

    Für diejenigen Menschen, die trotz des bedingungslosen Grundeinkommens noch mehr arbeiten möchten, stünde das weiterhin offen. Bei einigen Modellen wird ab einer bestimmten Einkommensgrenze ein attraktiverer Steuersatz als Anreiz gesetzt.

    Das ließe auch weniger beliebte, doch für das soziale Miteinander unentbehrliche Arbeiten, zum Beispiel die Müllabfuhr, attraktiver werden.

    Außerdem würde mit Sicherheit die frei werdende Kreativität in kurzer Zeit zu neuen Erfindungen auf allen Gebieten führen.

    Der weltweite Fortschritt wiederum könnte solche Arbeiten erleichtern oder automatisieren. Trotzdem würden die plötzlich hinfälligen Arbeitsplätze nicht zu einer neuen Falle der Not.

    Betrachten wir die Selbständigen. Sie müssten nicht länger um die Aufträge streiten, schon gar nicht zu Preisen unter derSchmerzgrenze, wie es sich in einigen Branchen entwickelt hat. Qualifikation und Talent hätten wieder einen höheren Stellenwert als Dumpingpreise.

    Reichtum für alle statt Abhängigkeit durch fehlendes Grundeinkommen

    Was wäre denn, würden die geschundenen Arbeiter der maroden, umweltschädigenden Textil-Fabriken in China oder Indien nicht mehr zur Arbeit erscheinen? Wo blieben die Mittel, mit denen die Wirtschaftsgurus jener Länder und alle skrupellosen Händler weltweit ihren Reichtum finanzieren?

    Dann müssten sich endlich die Inhaber dieser Fabriken Gedanken darüber machen, wie sie ihren Arbeitern den Arbeitplatz wieder schmackhaft machen, also gesunde Bedingungen schaffen.

    Moderne Gebäuden statt stickiger Fabrikhallen, sichere Maschinen statt gefährlicher Apparaturen und ausreichend Arbeitsschutzmitteln für gesundheitsschädliche Arbeiten sind ein Minimum an würdigem Fortschritt für die Ärmsten der Armen. Dazu gehören außerdem das längst überfällige bedingungslose Grundeinkommen sowie darüber hinaus angemessener Lohn bei angenehmen Arbeitszeiten.

    Die in China weniger produzierten Kleidungstücke schaffen zusätzlich unter den beschriebenen Visionen neue Arbeitsplätze in den Importländern.

    Soziale Gerechtigkeit verlangt allgemeines Umdenken zum Grundeinkommen

    Die importierten Billigartikel aus China und anderen Billiglohnländern wären dann nicht mehr so günstig. Plötzlich würde vom übrigen Einkommen der Importnation nicht mehr ständig ein neues Handy, elektronisches oder Plastik- Spielzeug, noch ein modernerer Fernseher, die High-Tec-Unterwasserkmera oder das »abgefahrenste« Auto angeschafft werden. Das wäre zugleich ein großer Schritt für den Umweltschutz.

    Es werden wertvolle Rohstoffe eingespart, weniger umweltschädliche Chemikalien verarbeitet, weniger Müll produziert. Die Dinge würden mehr geachtet, weil man den Wert der menschlichen Arbeit hinter dem Produkt genauer begreifen würde.

    Andererseits hätten natürlich die Menschen eine Nachholbedarf, die vor der Einführung eines festen Grundeinkommens in sozial benachteiligten Familien um ihre Existenz kämpften. Folglich hätte die Konsumgüterindustrie ganz sicher keinen Einbruch zu fürchten.

    Auch im Dienstleistungsbereich brächte eine solche Entwicklung nur Fortschritt. Viel mehr Menschen könnten sich mit einem bedingungslosen Grundeinkommen das leisten, was heute nur wenige finanzieren können.

    Was jetzt?

    Sehen Sie in 2 weiteren Folgebeiträgen, wie bedingungsloses Grundeinkommen bei Zusammenarbeit Aller die Kluft zwischen Arm und Reich zu einer menschenwürdigen Welt schließen könnte.

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