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    Mundgeruch – Auswirkungen, Ursachen, Diagnose und Abhilfe

    MundgeruchMundgeruch kann für Betroffene zu einem ernsten Problem werden, obwohl er für sich genommen keine Krankheit ist.

    Die Probleme sind vor allem sozialer und psychischer Natur.
    Den Betroffenen ist ihr Mundgeruch häufig peinlich. Sie ziehen sich daher mehr und mehr aus allen sozialen Kontakten zurück. Freundschaften, Partnerschaften und Ehen können dadurch erheblich belastet werden.
    Auch Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl können bei den Betroffenen stark leiden.

    Andererseits wissen viele Menschen gar nicht, dass sie einen schlechten Atem haben, da sie diesen selbst gar nicht wahrnehmen können. Meist hindern Scham oder Höflichkeit die Mitmenschen daran, den Betroffenen auf das Problem Mundgeruch anzusprechen. Stattdessen meiden sie den Kontakt mit ihm. So kann Mundgeruch ebenfalls zum Kontaktkiller werden.
    Tatsächlich kann Mundgeruch andere Menschen erheblich belästigen, wenn sie sich in der Nähe des Betroffenen aufhalten. Denn die fast immer an Mundgeruch beteiligten anaeroben Bakterien können in der Tat sehr übel riechende Stoffe (Schwefelverbindungen) produzieren.

    Definitionen von Mundgeruch

    Die Medizin unterscheidet verschiedene Arten von Mundgeruch, je nach dessen Ursache:

    • Halitose (Halitosis) ist die Bezeichnung für Mundgeruch, der seine Ursache in der Erkrankung von Organen oder des Magen-Darmbereichs hat.
    • Foetor ex ore bezeichnet Mundgeruch, der durch bakterielle oder krankhafte Veränderungen in der Mundhöhle hervorgerufen wird.
    • Stomatodysodia ist schlechter Atem durch Krankheiten der oberen Luftwege, zum Beispiel Mandel- oder Kiefernhöhlenerkrankungen.
    • Ozostomia bezeichnet Mundgeruch als Folge von Krankheiten der unteren Luftwege, z. B. Lungenerkrankungen.

    In der Regel wird jedoch Halitose jedoch als Bezeichnung für Mundgeruch jeglicher Ursache gebraucht.

    Mundgeruch testen

    Es gibt einige recht einfache Selbsttests, mit denen Sie eventuellem Mundgeruch auf die Spur kommen können.
    Damit das Testergebnis so genau wie möglich ausfällt, sollten Sie einige Verhaltensmaßregeln befolgen. Direkt vor dem Test sollten Sie nichts essen und nichts trinken, keine Mundhygiene betreiben, keinen Kaugummi kauen und nicht rauchen. Zwei Tage vor dem Test sollten Sie Zwiebeln und Knoblauch meiden.
    Sie sollten mehrmals über den Tag verteilt testen.

    Selbsttests

    Erste Anzeichen für Mundgeruch können übrigens ein bitterer oder saurer Geschmack im Mund sein. Hier nun die einzelnen Selbsttests:

    1. Ziehen Sie vor dem Spiegel Ihre Zunge mit einem Papiertuch so weit wie möglich heraus. Starker weißer Belag im hinteren Bereich der Zunge ist möglicherweise ein erstes Zeichen für  möglichen Mundgeruch.
    2. Lecken Sie Ihren gewaschenen Handrücken ab. Warten Sie etwa 15-30 Sekunden und riechen Sie dann daran. Wenn Sie nun unangenehme Gerüche wahrnehmen, leiden Sie wahrscheinlich unter Mundgeruch. Tipp: Der Test funktioniert am besten, wenn Sie mit einem möglichst weit hinten liegenden Teil der Zunge das Handgelenk ablecken.
    3. Reiben Sie Ihre Zunge möglichst weit hinten mit einem Taschentuch ab und riechen Sie nach etwa einer halben Minute daran. Auch so lassen sich Gerüche, die in Ihrem Mund auftreten, erkennen.
    4. Wenden Sie Zahnseide im Bereich der Backenzähne an und riechen Sie dann an ihr.
    5. Tütentest: Nehmen Sie einen ausreichend großen, frischen Plastikbeutel, der das gesamte Ausatemvolumen aufnehmen kann. Atmen Sie dann hinein und halten den Beutel zu. Dann die Luft aus dem Beutel langsam vor der Nase entweichen lassen.
    6. Entnehmen Sie mit einem Wattestäbchen oder einem Plastiklöffel eine Probe des Zungesbelages von möglichst weit hinten auf dem Zungenrücken (Würgereiz beachten!). Dann 15-30 Sekunden warten und daran riechen.
    7. Nehmen Sie ein kleines Gläschen (wie z.B. ein Schnapsglas) und spucken Sie hinein. Decken Sie das Glas 2-3 Minuten ab und riechen dann daran

    Weitere Tests

    • Am besten ist es natürlich, wenn Sie einfach eine Person Ihres Vertrauens fragen können, also jemanden, mit dem Sie das Problem besprechen können, ohne dass es Ihnen peinlich sein muss. Fragen Sie einfach offen und ehrlich, was Sie wissen wollen. Kann Ihre Vertrauensperson im Abstand von 100 cm von Ihrem Mund noch deutlich Gerüche wahrnehmen, haben Sie intensiven Mundgeruch. Wird aus dieser Entfernung nichts wahrgenommen, versuchen Sie es im Abstand von 30-40 cm und ggf. auch noch im Abstand von 10 cm. Riecht Ihre „Testperson“ im Abstand von 10 cm nichts, haben Sie wahrscheinlich keinen Mundgeruch.
    • Der Halimeter™ ist ein medizintechnisches Gerät, das die Konzentration von flüchtigen Schwefelverbindungen in der Ausatemluft misst. Mit Hilfe dieses Gerätes kann die Stärke des Mundgeruchs gemessen sowie auch dessen Ursprung lokalisiert werden. Diese Messung kann jedoch nur in relativ wenigen spezialisierten (Zahn-) Arztpraxen durchgeführt werden.

    Mundgeruch Ursachen

    Wie die medizinischen Definitionen von Mundgeruch bereits erkennen lassen, kann Mundgeruch eine ganze Reihe verschiedener Ursachen haben. Zahlreiche leichtere und schwere Erkrankungen können als Begleiterscheinung Mundgeruch mit sich bringen.
    Entgegen einer weit verbreiteten Auffassung sind jedoch Magenleiden nur in seltenen Fällen für Mundgeruch verantwortlich.

    Hauptauslöser  für  Mundgeruch in 80-90 % aller Fälle sind jedoch Abbauprozesse, die auf Bakterien im Mundraum zurückzuführen sind.

    Krankheiten als Ursache für Mundgeruch

    Die verbleibenden 10% – 20 % der Fälle teilen sich auf die verschiedensten Ursachen auf. Folgende Erkrankungen können als Nebenwirkung oder Begleiterscheinung Mundgeruch mit sich bringen.

    • Erkrankungen der Zähne oder des Zahnfleischs wie z. B. Zahnfleischschwund (Parodontose), Karies (Zahnfäule), zerstörte Zähne, Zahnfleischentzündungen, Schleimhautentzündungen
    • Erkrankungen im Rachen wie z. B. Mandel- oder Halsentzündungen, Mandelsteine oder Geschwüre
    • Erkrankungen in der Nase und in den Nebenhöhlen, z. B. Nasennebenhöhlenentzündung, Fremdkörper in der Nase, Schnupfen
    • Erkrankungen der Speiseröhre, z. B. Entzündungen, Pilzinfektionen
    • Erkrankungen des Magens, z. B. chronische Magenschleimhautentzündung (Gastritis), Infektion mit Helicobacter pylori (Hauptverursacher von Magengeschwüren)
    • Erkrankungen der Bronchien und Lungen wie z. B. Lungenentzündung, chronische Bronchitis
    • Andere Erkrankungen, z. B. Diabetes, Lebererkrankungen, Nierenerkrankungen

    Medikamente als Ursache für Mundgeruch

    Neben Krankheiten können auch Medikamente Mundgeruch verursachen. Dabei werden, ähnlich wie beim Knoblauchmundgeruch, Sulfidverbindungen über die Lunge ausgeatmet. Andere Medikamente können als Nebenwirkung den Speichelfluss reduzieren und damit Mundgeruch verursachen oder begünstigen. Ebenso können Antibiotika-Behandlungen das bakterielle Gleichgewicht stören und somit Mundgeruch hervorrufen.

    Wo liegt die Ursache für zu viele geruchsbildende Bakterien im Mund?

    Wie bereits erwähnt, wird in einem Großteil aller Fälle Mundgeruch von Bakterien in der Mundhöhle ausgelöst. Zum natürlichen Bestandteil der Mundflora zählen ungefähr 300 verschiedene Bakterienarten. Sie sind notwendig und nützlich und helfen bei der Verdauung von Nahrung (Eiweiß) und der Zersetzung abgestoßenen Gewebes.
    Etwa 2/3 der Mikroorganismen in der Mundhöhle befinden sich auf der Zungenoberfläche. Ihre raue Beschaffenheit bietet ihnen besonders günstige Lebensbedingungen, vor allem in ihrem hinteren Drittel, wo sich häufig Essensreste befinden.
    Der vordere Teil der Zunge kommt durch Kauen, Schlucken und Sprechen in Kontakt mit dem Gaumen. Dadurch findet dort eine stärkere Selbstreinigung statt.

    Lokale Ursachen

    Etwa 80 der in der Mundhöhle vorkommenden Bakterienarten können unangenehme oder gar üble Gerüche hervorrufen. Diese flüchtigen Schwefelverbindungen hat jeder Mensch bis zu einem gewissen Grad in seinem Atem. Aber erst ab einer bestimmten Konzentration werden sie von der menschlichen Nase als Mundgeruch wahrgenommen.
    Dazu kommt es, wenn sich die Geruch bildenden Bakterien übermäßig vermehren können. Die Bakterien gedeihen besonders gut in einem anaeroben (d. h. sauerstoffarmen) und sauren Milieu.
    Zum einen entsteht dieses Milieu an schwer zugänglichen Stellen, vor allem in Zahnzwischenräumen, Zahnfleischtaschen und auf dem Zungenrücken. Verbleibende Speisereste an diesen Stellen bilden eine der Hauptnahrungsquellen für die oben erwähnten Fäulnis-Bakterien.

    Allgemeine Ursachen

    Zum anderen, und das ist unter Umständen viel entscheidender, kann es sein, dass Ihr Körper als Ganzes ein günstiges Milieu für die Entstehung von Mundgeruch bietet, z. B. wenn er zu sauer ist.
    Ein solches Ungleichgewicht bietet (neben vielen anderen negativen Begleiterscheinungen) unabhängig von lokalen Auslösern optimale Voraussetzungen für eine übermäßige Vermehrung Geruch bildender Bakterien.
    Was kann zu einer solchen Übersäuerung führen? In den meisten Fällen ist Ihre Lebensweise der entscheidende Faktor: wie Sie sich ernähren, was Sie trinken, wie Sie sich bewegen. Aber auch auch Stress und psychische Ursachen können Übersäuerung begünstigen.

    Was tun gegen Mundgeruch?

    Bei Mundgeruch, der in Zusammenhang mit bestimmten Erkrankungen steht, ist natürlich immer die Behandlung der Grunderkrankung erforderlich.
    Dennoch können auch in diesen Fällen die im Folgenden aufgeführten Maßnahmen zur Bekämpfung des Mundgeruchs hilfreich und sinnvoll sein.
    Wie Sie inzwischen aber wissen, gehen die allermeisten Fälle von Mundgeruch nicht auf Krankheiten zurück. Vor allem, wenn Sie zur großen Mehrheit jener zählen, bei denen bestimmte Bakterien in Mund und Rachen Mundgeruch auslösen, können Sie durchaus etwas dagegen tun.

    Aus den Ursachen für Mundgeruch, die Sie nun alle kennen gelernt haben, lassen sich Schritt für Schritt Maßnahmen ableiten, um das Problem ein für alle Mal zu überwinden.

    Der Schlüssel zum Erfolg

    Grundsätzliches Ziel aller Maßnahmen muss es sein, ein Milieu in Ihrem Mundraum zu schaffen, das keine übermäßige Vermehrung der geruchsbildenden Bakterien mehr erlaubt.

    Wie erzeugen Sie nun dieses Milieu?
    Dazu können Sie einmal eine Reihe direkter Maßnahmen ergreifen, die auf lokaler Ebene wirken. Darunter fallen zum Beispiel alle Mundhygienemaßnahmen, Mundspülungen, entsprechende Hausmittel usw.

    Genauso wichtig, oft sogar noch wesentlich wichtiger sind aber die Maßnahmen, die Sie auf indirekter Ebene ergreifen sollten und die Auswirkungen auf Ihr gesamtes körperliches Befinden und Ihren Gesundheitszustand haben. Zu diesem Bereich zählen Ernährung, Trinken, Bewegung, psychische Faktoren und dergleichen mehr.
    Solche Veränderungen sind zwar wesentlich vielschichtiger und komplexer und meist auch unbequemer, als z. B. einfach nur ein Mundwasser zu gurgeln. Oft sind sie jedoch der einzig dauerhafte Weg, um das Übel auch wirklich an der Wurzel zu packen.
    Lesen Sie dazu unsere weiteren Beiträge zum Thema Mundgeruch.