Was Sie über Fieber wissen sollten

    FieberFieber oder erhöhte Temperatur ist entwicklungsgeschichtlich gesehen, eines der ältesten Überlebensmittel von Lebewesen. Schon in Urzeiten ermöglichte es die Überwindung von Krankheiten sowohl bei Menschen als auch bei Tieren bis hin zu Insekten und Bakterien. Fieber ist eine der genialsten Selbstregulierungen (Homöostase) von Organismen. Es wirkt regulierend bei Krankheiten oder Vergiftungszuständen und reguliert sich dazu noch selbst. Nur in Ausnahmefällen kommt es zu einem lebensgefährlichen Anstieg der Körpertemperatur durch Fieber.

    Das heißt, Fieber an sich ist keine Krankheit, sondern zeigt an, dass eine Erkrankung oder beeinträchtigende Ursache vorliegt. Auch durch Überhitzung kann Fieber entstehen und darf nicht medikamentös unterdrückt werden.

    Wodurch kommt es zu Fieber?

    Bei Eingriffen in das Körpergeschehen wie z. B. einer Verletzung, Infektion, einer Entzündungsreaktion durch Allergie, durch Tumore, Vergiftungen oder durch eine Operation, kommt es zu einer unspezifischen Immunreaktion. Aus dem „Tatort“ werden Botenstoffe in die Blutbahn gesendet, die das Geschehen zunächst an die Leber melden. Diese synthetisiert ca. 30 Proteine zur Immunabwehr, deren Konzentration innerhalb von 6- 48 Stunden um das 2- 1000-fache ansteigt.

    Durch die Entzündungsreaktion wird die Blutkonsistenz kurzzeitig geändert und so können durch die dadurch frei werdenden Gefäß- bzw. Zellwandlücken u. a. die Fresszellen zum Tatort vordringen. Außerdem können die „Täter“ nicht so ungehindert weiter ins Blut gespült werden. Folgend gelangen Boten weiter zum Gehirn vor allem zum Hypothalamus, der u. a. auch für die Regulation der Körpertemperatur zuständig ist.

    Fieber – ein hochkomplexes Geschehen

    Dort findet u. a. ein Wettkampf zwischen wärme- und kältesensitiven Neuronen statt, so dass die Temperatur nicht zu schnell und zu hoch steigen kann. Außerdem ergibt sich ein diffiziles Zusammenspiel von Hormonen, Immunzellen und Proteinen um den Organismus zu schützen.

    Solange der Körper den Befehl „Erwärmen“ hat, wird die Durchblutung der Haut, Hände und Füße heruntergefahren, damit weniger Wärme abgegeben werden kann. Zusätzlich erzeugen kleine Muskelkontraktionen, z B. durch Zittern beim Schüttelfrost, ebenfalls Wärme. Es entsteht zunächst ein Frieren bis die gewünschte Temperatur erreicht ist.

    Steigt die Temperatur stark, entstehen die so genannten Hitzeschockproteine sowohl beim Angegriffenen wie auch beim Angreifer. Die Hitzeschockproteine bewirken im angegriffenen Organismus eine erhöhte und effektivere Funktionalität der Immunzellen, wie z. B. der schon genannten Fresszellen, aber auch der schnelleren Bereitstellung von Information z. B. mittels Antikörpern, die die Angreifer aufspüren und enttarnen.

    Vieles ist noch nicht erforscht

    Andererseits entstehen auch bei den Bakterien Hitzeschockproteine, was stark die Bildung und Aktivität des Immunsystems des Angegriffenen anregt. Parallel läuft auch über den so genannten Vagusnerv, einen großen, weit im Körper verzweigten Nerv, eine Aktivierung des Immunsystems und des Fieberanstiegs ab. Wie genau alles stattfindet ist noch nicht genau erforscht. Hat die Temperatur ihren Zenit erreicht, entsteht ein Wärmegefühl bis hin zum Schwitzen, der Körper kühlt sich also wieder ab und leitet gleichzeitig aus.