Natürliche Abführmittel bei Verstopfung – nur eine Notlösung

    natürliche AbführmittelIm diesen Beitrag zum Thema Darmverstopfung betrachten wir eine Auswahl an natürlichen Abführmitteln und deren Wirkungsweise. Nehmen Sie  aber  auch solche Abführmittel keinesfalls einfach wahllos ein. Für eine schnelle Abhilfe kann der Einsatz von Abführmitteln manchmal notwendig und sinnvoll sein. Wenn möglich sollten Sie aber immer den Vorzug anderen Maßnahmen geben, die auf der Ursachenebene ansetzen oder auf  Hausmitteln zurüchgreifen.

    Wenn Sie im Ausnahmefall auf Abführmittel zurückgreifen, sollten Sie die genannten pflanzlichen Abführmittel bevorzugen. Aber auch diese pflanzlichen Mittel sind keine Dauerlösung. Wenn Sie diese Mittel ständig einnehmen, wird Ihr Darm immer noch träger und verlernt eigenständig zu arbeiten. Sie lähmen Ihre Verdauungstätigkeit und Sie müssen die Dosis immer weiter erhöhen und werden sozusagen abhängig von diesen Mitteln.
    Sehen Sie daher auch pflanzliche und natürliche Abführmittel immer nur als akute, kurzfristige, möglichst einmalige Notfallmedizin.

    Mikrobiologisch wirksame Laxanzien (Abführmittel)

    Milchzucker
    Er wird als auch Sandzucker, Lactose oder Laktose bezeichnet (abgeleitet aus dem lat. lac, lactis (Milch) und der Endung -ose (Zucker)) Es ist der in Milch und Milchprodukten enthaltenen Zucker (Gehalt: 1,5–8 %)
    Er saniert die häufig geschädigte Darmflora zusätzlich. (Auf Verträglichkeit testen!)
    Einnahme: Wird meist als (leicht süßes)Pulver in Getränke oder Speisen gerührt, Dosierung siehe Packungsbeilage.

    Lactulose, auch Laktulose
    Dies ist ein synthetisches Disaccharid (Zweifachzucker), bestehend aus D-Galactose und Fructose, das durch Isomerisierung (chemische Modifikation) aus Lactose (Milchzucker, siehe oben) gewonnen wird.
    Nicht zu verwechseln ist Lactulose mit Lactose, dem eigentlichen (natürlichen) Milchzucker, der sich aus Galactose und Glucose zusammensetzt und im Unterschied zu Lactulose verwertet werden kann (wenn keine Lactoseintoleranz besteht). So erklärt sich auch die Verwendung der Lactulose als osmotisches Laxans (Abführmittel). Da der Zucker im Darm nicht aufgenommen werden kann, lässt er durch Bindung von Wasser das Darmvolumen zunehmen. Dies führt zu einem weichen Stuhl. Zusätzlich begünstigt er darmfreundliche Bakterien und reduziert die Ammoniakkonzentration in Darm und Blut. Er wirkt gut entgiftend, auch für die Leber.
    Einnahme:
    Wird meist als Sirup verabreicht, Dosierung probieren, siehe Deklaration.

    Anthrachinone – Abführmittel im eigentlichen Sinne

    Sie gelten als Laxanzien , weil ihr Wirkungs-mechanismus nicht physikalisch bedingt ist, sondern chemisch. Sie sind dickdarmwirksame, neuromuskuläre, motilitätssteigernde und die Darmschleimhaut reizende Mittel. Durch die Reizwirkung kommt es zu einer erhöhten Freisetzung von Histamin und Prostaglandin.

    Dies führt zu einer gesteigerten Flüssigkeits- und Elektrolytsekretion in den Darm und zu einer Hemmung der Flüssigkeitsresorption aus dem Dickdarm. Als Folge gelangt mehr Wasser in den Darm, die Verfestigung des Kotes entfällt und er wird aufgeweicht. Die Stuhlabgabe wird erleichtert, die Verweildauer verkürzt.

    Am verträglichsten unter den Anthranoiddrogen sind solche aus Rhabarberwurzeln und Faulbaumrinde, Aloeextrakte, Sennesblätter, Sennesfrüchte, Nussblätter .

    Einnahme:
    Meist als Tee oder Riegel. Die Dosierung bitte individuell einstellen: Die geringste, mit der noch ein weicher, geformter Stuhl erzielt werden kann ist die richtige Dosis. Da die Wirkung nach ca. 8-10 Stunden eintritt, bei Nussblättertee manchmal auch schneller, besser abends einnehmen.
    Achtung:
    Nur zur Kurzzeitanwendung geeignet!! Bei Langzeitanwendung Gefahr der Gewöhnung des Darmes an die Laxanzien mit nachfolgender Darmatonie und Verstärkung der Verstopfung, was zu dem bekannten Teufelskreis führt!

    Zeolith (Heilerde)
    Es handelt es sich um ein natürliches Mineraliengemisch vulkanischen Ursprungs. Zeolith wird auch als Heilerde bezeichnet, welche seit über 3000 Jahren als Heilmittel wohlbekannt ist. Zeolithe sind Ur-Mineralien für Heilung und Wachstum und un-erlässlich für den Zell- und Gewebeaufbau im men-schlichen Organismus. Es besteht aus über 34 Mineralien. Eine Hauptrolle für den menschlichen Körper spielt das Mineral Silizium, welches im Organismus das wichtigste Steuerungsmineral ist. Silizium kann als das Ver-jüngungselement bezeichnet werden.
    Die Entgiftung findet extra- und intrazellulär statt! Zeolith funktioniert als vielseitiger Bioregulator z. B. von Mineralien-haushalt, Zellen, Nerven, Kreislauf und speziell der Verdauung. Da es die Dehydrierung verhindert, antibakteriell, antiviral, antimykotisch und entsäuernd wirkt, kann es die Darmflora wieder aufbauen.
    Einnahme:
    Feingeriebenes Pulver mit dem Löffel und Flüssigkeit einnehmen. Eine Überdosierung ist nicht möglich, da Zeolith nur dann im Körper wirkt, wenn seine Hilfe benötigt wird. Ein Zuviel wird ausgeschieden.

    Rizinusöl

    Rizinusöl, ein uraltes Heilmittel für viele Krankheiten, wird grundsätzlich wie alle anderen fetten Öle durch die Galle und das Pankreassekret in eine Fettsäure, hier die Ricinolsäure, und Glycerin gespalten, jedoch aktiviert die Ricinolsäure im Gegensatz zu allen anderen Fettsäuren die im Dünndarm passiv vorhandenen Histamine, wodurch der gesamte Darminhalt hinausbefördert und damit der enterohepatische Kreislauf unterbrochen wird. Dadurch können Sie eine einzigartige starke Entgiftung, besonders von Schwermetallen, Ihres Körpers erreichen.
    Aber sehr wichtig ist: Sie müssen sehr viel trinken! Sie sollten möglichst die Gifte mit z. B. Chlorella, Klettenwurzel, Löwenzahnwurzel binden
    Einnahme:
    1 -2 Esslöffel (ca. 10 – 30 ml) Rizinusöl aus der Flasche
.

    Der Geschmack von Rizinusöl ist nicht sehr angenehm. Wenn Sie damit überhaupt nicht klar kommen, empfiehlt sich daher auf eine Kapselform zurückzugreifen. Die abführende Wirkung von Rizinusöl setzt nach ungefähr 2 – 4 Stunden ein.
    Achtung beim Verzehr von Rizinus!
 Auf gar keinen Fall darf Rizinusöl zur ständigen Stuhlregulierung im Alltag gebraucht werden! Dies führt zu starken gesundheitlichen Problemen, da es zu einem erhöhten Verlust von Wasser und Elektrolyten, insbesondere Kalium kommt. Eine verminderte Kaliumkonzentration kann wiederum zu Darmträgheit, Muskelschwäche und zu Problemen im Bereich des Herzens führen.

    Glaubersalz (Natriumsulfat)

    Es ist extrem bitter im Geschmack und wirkt sehr radikal im Magen-Darm-Trakt.
    Das Glaubersalz beginnt nach ca. 30 – 90 Minuten zu wirken. Es durchrieselt innerhalb von 6 – 8 Stunden den gesamten Verdauungsapparat und reinigt ihn dabei.
    Wenn Sie eine leichte Neigung zu Kopfschmerzen oder mit Beschwerden im Magen-Darm-Bereich zu kämpfen haben sollten Sie lieber überhaupt gar kein Glaubersalz verwenden, sondern auf jeden Fall auf eine mildere Abführmethode zurückgreifen.
    Einnahme: 1 – 3 gehäufte Teelöffel Glaubersalz in 200 – 250 ml lauwarmem Wasser gut auflösen lassen, am besten schon am Vorabend mit ein bisschen Wasser ansetzen.

    Kein natürliches Mittel in dem Sinne aber da es oft empfohlen und verwendet wird:
    Macrogol (Polyethylenglykol)

    Auch dieses Präparat bindet Wasser im Darm, wirkt deshalb nur bei ausreichender Trinkmenge, hat aber den Vorteil einer weitgehenden Geschmacksfreiheit, führt nicht zu Blähungen, nicht zu Abhängigkeit. Es wird oft zur Vorbereitung bei gastroenterologischen Untersuchungen zur Reinigung des Darmes eingesetzt, zunehmend auch bei chronischer Verstopfung.

    Einnahme
    Wird in Flüssigkeit gelöst eingenommen. Vorsichtige individuelle Dosierung!
    Besonders aufmerksam müssen jedoch Menschen sein, die Begleiterkrankungen wie Niereninsuffizienz und Herzinsuffizienz aufweisen, die unter einer Therapie mit Diuretika oder Antidepressiva (SSRI) stehen, weil hierbei eine Neigung zur Hyponatriämie besteht, und außerdem solche, die im Rahmen der Abführmaßnahmen mehrfach erbrechen. Unter einer Hyponatriämie versteht man einen zu niedrigen Natriumspiegel im Blut, der u. a. bis zum Koma führen kann.

    © Joachim Opel / kapanthermedia.net