Zahncreme und Zungenreinigung bei Mundgeruch

    Zungenreinigung-Zungenschaber-Mundgeruch_42768475Im 3. Teil unserer Artikelserie zur Soforthilfe bei Mundgeruch geht es nach dem Zähneputzen hier um weitere Anwendungen im Mundraum.

    Zungenreinigung als Abhilfe bei Mundgeruch

    Entscheidend für den Erfolg der Sofortmaßnahmen gegen Mundgeruch ist allerdings, dass Sie nicht nur die Zähne, sondern vor allem auch die Zunge reinigen. Denn etwa zwei Drittel der Mundgeruch auslösenden Bakterien tummeln sich auf der Zunge und lassen sich durch das übliche Zähneputzen nicht stören.

    Die meisten Bakterien siedeln sich im hinteren Zungenbereich zwischen den so genannten Papillen an. Das sind sichtbare Erhebungen auf der Zungenoberfläche, die der Geschmacks- und Tastempfindung dienen. Daher ist die Reinigung des kritischen hinteren Drittels besonders wichtig. Regelmäßige Zungenreinigung hilft, die bakteriellen Beläge zu reduzieren und dadurch die unangenehme Geruchsbildung zu vermindern.
    Daher sollten Sie es sich zur festen Gewohnheit machen, nach dem Zähneputzen grundsätzlich auch die Zunge zu putzen. Dazu halten Drogerien und Apotheken die verschiedensten Bürsten und Schaber bereit.
    In Deutschland ist diese Methode der Mundhygiene noch relativ wenig gebräuchlich, da sie zum einen wenig bekannt ist und zum andern der anfänglich auftretende Würgereiz gewöhnungsbedürftig ist.
    Schaben Sie die Zunge komplett von ganz hinten nach vorne ab. Drücken Sie dabei nicht zu stark, die Zunge ist empfindlich. Wichtiger ist, dass Sie möglichst weit hinten im Rachenraum beginnen und mehrmals von hinten nach vorne über die Zunge bürsten oder schaben. Am besten halten Sie dazu die Zungenspitze mit einem Waschlappen oder einem Kosmetiktuch fest. Nach der Reinigung mit dem Schaber den Mund gründlich ausspülen. Gegen den eventuell auftretenden Würgereiz kann es helfen, die Augen zu schließen. Mit der Zeit tritt auch eine gewisse Gewöhnung ein.

    Die Wahl der Zahncreme bei Mundgeruch

    Weiteren großen Einfluss auf das „Kleinklima“ in Ihrem Mundraum können Sie durch die Wahl Ihrer Mund- und Zahnreinigungsmittel ausüben.
    Als Erstes sollten Sie einmal Ihre Zahncreme in Augenschein nehmen. Lesen Sie dazu das Kleingedruckte auf der Tube oder auf der Packung.

    Meiden Sie SLS-haltige Zahnpasta
    Fast alle herkömmliche Zahnpasten enthalten den Stoff Natriumlaurylsulfat (auch: Sodium-Lauryl-Sulfat = SLS). SLS ist auch in Shampoos, Duschbädern und Seifen enthalten und hat nur die Aufgabe, Schaum zu produzieren und Ihnen damit eine Reinigungswirkung zu suggerieren. Das einzige was SLS in Ihrem Mund jedoch wirklich tut, ist Mundtrockenheit zu fördern und Zahnfleisch und Mundschleimhäute zu schädigen, indem es das Gewebe aufweicht und zu mikroskopisch kleinen Verletzungen führt. Dadurch können dann wiederum ideale Schlupfwinkel für bakterielle Besiedelungen entstehen und anderen Munderkrankungen Vorschub geleistet werden.
    SLS ist bereits in Shampoos und anderen Hautpflegemitteln wegen seiner stark hautreizenden Wirkungen sehr umstritten. Aus Ihrem Mund sollten sie es jedoch definitiv verbannen.
    Außer dem Schaumbildner SLS sind oft noch andere Zutaten in herkömmlichen Zahncremes enthalten wie Geschmacks-, Süß- oder Farbstoffe, die ebenfalls keine sinnvolle oder hilfreiche Funktion zur Zahn- oder Mundreinigung haben und die im günstigsten Falle einfach unnötig sind.

    Zahncreme – so gehts
    In Versuchen hat Zahnpasta mit einem Zusatz von Natriumbikarbonat zu einer deutlichen Reduktion der flüchtigen Schwefelverbindungen, sprich des Mundgeruchs, geführt. Natriumbikarbonat neutralisiert Säuren und unterstützt damit nachhaltig das o. g. grundsätzliche Ziel auf lokaler Ebene, ein Milieu in Ihrem Mundraum zu schaffen, das keine übermäßige Vermehrung der geruchsbildenden Bakterien mehr erlaubt.
    Eines der ältesten Mittel zur Mundreinigung ist Salz. Sie können es einfach auf die Zahnbürste geben oder (für unterwegs, z. B. im Bistro recht praktisch) mit den Fingern die Zähne damit abreiben. Es reinigt sehr gut, hat antibakterielle Wirkung, ohne den natürlichen Flor anzugreifen, und Ihre Zähne bekommen gleich noch ein paar wichtige Mineralien. Außerdem schmeckt danach der Schokoriegel nicht mehr allzu gut…
    Die Vorteile der beiden vorgenannten Stoffe, kombiniert mit hilfreichen Kräuterauszügen, gibt es erfreulicherweise in einer im Handel befindlichen Zahncreme vereint, der Weleda-Sole-Zahncreme.
    Weitere Alternativen sind Zahncremes mit kolloidalem Silber oder mit Zinkzusatz, sowie alle Zahncremes die aus natürlichen Stoffen zusammengesetzt sind.
    Wechseln Sie also unbedingt Ihre Zahncreme, wenn Sie bisher eine SLS-haltige Ausführung verwenden.

    Zahnpasta selbstgemacht
    Sie können eine wirksame Zahn-/Mundpaste auch selbst herstellen, indem Sie 3 Teelöffel Natriumbicarbonat (Natron) mit einem Teelöffel Speisesalz mischen und durch Zugabe von etwas Wasser eine dicke Paste herstellen. Diese Mischung können Sie anstelle von normaler Zahnpasta anwenden.
    Zur Erhöhung der Wirksamkeit können Sie die Paste auch mit Wasserstoffperoxid statt Wasser herstellen (siehe auch unten).

    Miswak, das Zahnholz: Zahnbürste, Zahnpasta und Wirkstoffe zugleich

    Ein Geheimtipp aus dem Orient ist der so genannte Miswak, eigentlich Mesouak, der natürliche Vorläufer der heutigen Zahnbürste. Es handelt sich hierbei um einen Zweig vom Arakbaum aus dem nordafrikanischen und arabischen Raum.
    Dieser wird angeweicht und geklopft, sodass eine natürliche Bürste mit natürlichen heilenden Stoffen entsteht.
    Es sind im Miswak Fluoride mit nützlicher Wirkung als Strukturelement unseres Skeletts und der Zähne enthalten, ebenso Silicium, das besonders für die Erhaltung von Bindegewebe, Knorpeln, Knochen, Haaren, Nägeln und Zähnen sehr wichtig ist, sowie Calciumsulfat, das beim Aufbau von Knochen, Zähnen und bei der Reizübertragung in Nervenzellen eine primäre Rolle spielt.
    Die enthaltenen Gipskristalle im Miswak dienen als effektive Putzkörperchen. Weiter sind Tannine (dadurch der etwas bittere Geschmack) enthalten, die beruhigend auf die Schleimhäute wirken, Heilungsprozesse beschleunigen bei Verletzungen und Entzündungen hemmen, sowie Saponine, Vitamin C und Flavonoide (stärken das Immunsystem, beugen bestimmten Krebsarten vor, regulieren den Blutdruck und hemmen Entzündungen). Außerdem bereiten Chloride die Verdauung vor.
    Die Anwendung ist einfach auch für unterwegs, da kein Wasser benötigt wird, und hinterlässt einen nachhaltig frischen Atem.