Ursachen für Mundgeruch – Woher kommt Mundgeruch?

    Woher kommt Mundgeruch?Wie die medizinischen Definitionen von Mundgeruch bereits erkennen lassen, kann Mundgeruch eine ganze Reihe verschiedener Ursachen haben. Zahlreiche leichtere und schwere Erkrankungen können als Begleiterscheinung Mundgeruch mit sich bringen.
    Entgegen einer weit verbreiteten Auffassung sind jedoch Magenleiden nur in seltenen Fällen für Mundgeruch verantwortlich. In 80-90% aller Fälle entsteht Mundgeruch durch Abbauprozesse, die auf Bakterien im Mundraum zurückzuführen sind.
    Auch manche Medikamente können zu unangenehmen Atemgerüchen oder Ausdünstungen führen.

    Krankheiten als Ursache für Mundgeruch

    Die verbleibenden ca. 10%-20% der Fälle teilen sich auf die verschiedensten Ursachen auf. Folgende Erkrankungen können als Nebenwirkung oder Begleiterscheinung Mundgeruch mit sich bringen. (Die genannten Erkrankungen setzen in der Regel ärztliche Behandlung voraus.)

    • Erkrankungen der Zähne oder des Zahnfleischs wie z. B. Zahnfleischschwund (Parodontose), Karies (Zahnfäule), Zahnbelag, zerstörte Zähne, Zahnfleischentzündungen, Schleimhautentzündungen
    • Erkrankungen im Rachen wie z. B. Mandel- oder Halsentzündungen, Mandelsteine oder Geschwüre
    • Erkrankungen in der Nase und in den Nebenhöhlen, z. B. Nasennebenhöhlenentzündung, Fremdkörper in der Nase, Bakterien, Schnupfen
    • Erkrankungen der Speiseröhre, z. B. Entzündungen, Pilzinfektionen
    • Erkrankungen des Magens, z. B. chronische Magenschleimhautentzündung (Gastritis), Über- oder Untersäuerung, Infektion mit Helicobacter pylori (Hauptverursacher von Magengeschwüren)
    • Erkrankungen im Darm, z. B. Bakterien, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Verdauungsstörungen, chronische Verstopfung
    • Erkrankungen der Bronchien und Lungen wie z. B. Lungenentzündung, chronische Bronchitis
    • Andere Erkrankungen, z. B. Diabetes, Lebererkrankungen, Nierenerkrankungen

    Neben Krankheiten können auch Medikamente Mundgeruch verursachen. Dabei werden, ähnlich wie beim Knoblauchmundgeruch, Sulfidverbindungen über die Lunge ausgeatmet. Andere Medikamente können als Nebenwirkung den Speichelfluss reduzieren und damit Mundgeruch verursachen oder begünstigen. Ebenso können Antibiotika-Behandlungen das bakterielle Gleichgewicht stören und somit Mundgeruch hervorrufen.

    Wo liegt die Ursache für zu viele Geruch bildende Bakterien bei Mundgeruch?

    Wie bereits erwähnt, wird in nahezu 90 Prozent aller Fälle Mundgeruch von Bakterien in der Mundhöhle ausgelöst. Zum natürlichen Bestandteil der Mundflora zählen ungefähr 300 verschiedene Bakterienarten. Sie sind notwendig und nützlich und helfen bei der Verdauung von Nahrung (Eiweiß) und der Zersetzung abgestoßenen Gewebes.
    Etwa 2/3 der Mikroorganismen in der Mundhöhle befinden sich auf der Zungenoberfläche. Ihre raue Beschaffenheit bietet ihnen besonders günstige Lebensbedingungen, vor allem in ihrem hinteren Drittel, wo sich häufig Essensreste befinden.
    Der vordere Teil der Zunge kommt durch Kauen, Schlucken und Sprechen in Kontakt mit dem Gaumen. Dadurch findet dort eine stärkere Selbstreinigung statt.
    Verbleibende Speisereste an diesen Stellen bilden eine der Hauptnahrungsquellen für die oben erwähnten Fäulnis-Bakterien.

    Ca. achtzig der in der Mundhöhle vorkommenden Bakterienarten können unangenehme oder gar üble Gerüche hervorrufen. Diese flüchtigen
    Schwefelverbindungen hat jeder Mensch bis zu einem gewissen Grad in seinem Atem. Aber erst ab einer bestimmten Konzentration werden sie
    von der menschlichen Nase als Mundgeruch wahrgenommen. Dazu kommt es, wenn sich die Geruch bildenden Bakterien übermäßig
    vermehren können. Die Bakterien gedeihen besonders gut in einem anaeroben (d. h. sauerstoffarmen) und sauren Milieu.
    Zum einen entsteht dieses Milieu an schwer zugänglichen Stellen, vor allem in Zahnzwischenräumen, Zahnfleischtaschen und auf dem Zungenrücken.

    Sind Sie sauer?

    Zum anderen, und das ist unter Umständen viel entscheidender, kann es sein, dass Ihr Körper als Ganzes ein günstiges Milieu für die Entstehung
    von Mundgeruch bietet, z. B., wenn er zu sauer ist. Ein solches Ungleichgewicht bietet (neben vielen anderen negativen Begleiterscheinungen) unabhängig von lokalen Auslösern optimale Voraussetzungen für eine übermäßige Vermehrung Geruch bildender Bakterien.
    Was kann zu einer solchen Übersäuerung führen? In den meisten Fällen ist Ihre Lebensweise der entscheidende Faktor: wie Sie sich ernähren,
    was Sie trinken, wie Sie sich bewegen. Aber auch Stress kann Übersäuerung begünstigen.

    Ernährung

    Oft werden zu viele säurebildende Lebensmittel verzehrt. Dazu zählen insbesondere Wurst- und Fleischwaren (Harnsäure, Salpetersäure und Schwefelsäure), Zucker, Süßwaren und Weißmehlprodukte (Essigsäure) sowie viele sonstige stark industriell verarbeitete Lebensmittel.
    Andererseits fehlt oft das notwendige Gegengewicht an basenbildenden Lebensmitteln in Form von Gemüse, Obst, Salaten usw. Übrigens sagt der Geschmack eines Lebensmittels nichts darüber aus, wie es verstoffwechselt wird: Viele sauer schmeckende Lebensmittel werden basisch verstoffwechselt, während der süße Zucker Übersäuerung begünstigt.

    Trinken

    Führen wir unserem Körper zu wenig Wasser zu, kann er über die Nieren nicht genügend Säure ausscheiden. Auch Kaffee, Schwarztee, alkoholische Getränke, kohlensäurehaltige- sowie süße Getränke (Limonaden) fördern die Übersäuerung.

    Bewegung

    Nur ein durch Bewegung angeregter Körper mit aktivem Kreislauf und gut durchbluteten Muskeln ist in der Lage, die sauren Stoffwechselprodukte optimal abzutransportieren. Andererseits kann es durch übertriebene oder unangepasste körperliche Beanspruchung zu einer erhöhten Milchsäurebildung im Körper kommen.

    Psychische Faktoren (Stress, Kummer, Ängste, Sorgen)

    Mundgeruch und StressLänger andauernde psychische Belastungen können erheblich zur Übersäuerung des Körpers beitragen. Stresssituationen lösen im Körper eine Salzsäurebildung aus.
    Das vegetative Nervensystem besteht aus zwei Nervenleitbahnen, dem Sympathikus und dem Parasympathikus. An den meisten Organen rufen sie entgegen gesetzte Wirkungen hervor: Während der Sympathikus der Nerv der Anspannung und der Wachsamkeit ist, sorgt der Parasympathikus für Ruhe und Entspannung. So beschleunigt unser Sympathikus den Herzschlag und den Atemrhythmus und der Parasympatikus tut das Gegenteil. Beide Nervensysteme entziehen sich unserer bewussten Kontrolle.

    Stehen wir nun vermehrt unter Stress, reagiert 
fast nur noch der Sympathikus und es kommt zu 
Ungleichgewichten, auch im Säure-Basen-Haushalt
 des Körpers. Da Stress zu Mundtrockenheit führt, wird
 der atem schlechter und es entsteht Mundgeruch. Sie kennen 
das vielleicht von Situationen, in denen Sie vor vielen 
menschen ganz unvorbereitet eine Rede halten sollen. Der 
mund trocknet dann schlagartig aus und es entsteht sofort
ein unangenehmer Atem.

    Der Parasympathikus regelt zudem die Darmtätigkeit. Durch Stress kommt aber sein Gegenspieler zum Zuge, was zu einer Verlangsamung der Darmpassage führt. Dadurch haben die Darmbakterien mehr Zeit zum Abbau nicht verdauter Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße. Dies führt zu einer erhöhten Produktion von Darmgasen, die durch den damit einhergehenden steigenden Darmdruck in die Blutbahn gedrückt werden. Dies führt Über die Lunge letztendlich ebenfalls zu Mundgeruch.
    Welcher Bedeutung Stress bei der Entstehung von Mundgeruch tatsächlich zukommt, kann man daran ersehen, dass viele Menschen mit Mundgeruch im Urlaub deutlich weniger darunter leiden. Teilweise verschwindet diese Plage in den Ferien sogar ganz.
    Wir kennen alle verschiedene Sprüche, die Stress, Alarmreaktionen, Aggressionen und Unzufriedenheit ausdrücken. Rein intuitiv geben wir damit auch zum Ausdruck, was dabei in unserem Körper geschieht:

    • „…kommt mir die Galle hoch…“
    • „Mir platzt gleich der Kragen“,
    • „Da bleibt mir vor Schreck die Spucke weg“ usw.

    Hier werden auch Zeichen erkennbar, die Mundgeruch auslösen, beispielsweise die Trockenheit im Mundraum, die Säure, welche hoch kommt, oder die Aufregung, die das Atmen verändert.

    Schlechte Verdauung

    Neben der zu langsamen Verdauung kann auch eine unzureichende Verdauungsleistung zu Mundgeruch führen. Infolge hastigen Essens, schlechten Kauens und fehlender Enzyme kommt es zu chronischen Gärungsprozessen im Darm, die sich ebenfalls sehr negativ auf den Säure-Basen-Haushalt auswirken.
    Oft glauben die Menschen, dass Mundgeruch vom Magen kommt. Das ist der Fall, wenn die den Magenpförtner umgebenden Muskeln erschlaffen. Doch ist dies nur bei 2 von 10.000 Mundgeruchsfällen die Ursache.
    Wesentlich öfter entsteht Mundgeruch durch Bakterien. Diese lagern sich im hinteren Zungenbereich, im Rachen und zum Teil auch an den Rachenmandeln ab. Sie können kleine Kügelchen bilden, die so genannten Mandelsteine, und riechen schlecht. Das ist auch ein Grund, warum sich auf der Zunge ein weißlicher Belag bildet.

    Mundtrockenheit

    Zwischen Mundtrockenheit (ausführliche Definition) und Mundgeruch besteht ein enger Zusammenhang. Ein ausreichender Speichelfluss ist äußerst wichtig, um ein Anhäufen von Stoffwechselprodukten zu verhindern.

    Aber der Speichel muss dazu auch die richtige Zusammensetzung haben, um den Mund zu reinigen und Speisereste zu entfernen.
    Der im Speichel enthaltene Sauerstoff sorgt für ein ausgeglichenes bakterielles Klima im Mundraum. Er verhindert das Überhandnehmen der anaeroben (sauerstoffscheuen) Bakterien), die häufig der Auslöser von Mundgeruch oder zumindest an dessen Entstehung beteiligt sind.
    Eine ungünstige Veränderung des Milieus im Mundraum kann sowohl vorübergehend auftreten als auch chronisch. Kurzfristig kann schlechter Atem schon auftreten, wenn Sie an einem Tag zu wenig trinken und dadurch Ihr Mund austrocknet.
    Wenn Sie aber dauerhaft zu wenig und/oder das Falsche trinken, kann Ihr Körper mit der Zeit immer saurer werden. Ebenso geht dann die so wichtige Speichelproduktion zurück und es bestehen dann die günstigsten Voraussetzungen für die Entstehung von chronischem Mundgeruch.
    Auch Alkohol und Nikotin hemmen den Speichelfluss und trocken so den Mund aus.
    Kontinuierliches Atmen durch den Mund sowie langes Sprechen, auch Schnarchen oder Schlafen mit offenem Mund führen ebenfalls zu einer starken Austrocknung des Mundraums.
    Mundtrockenheit ist zudem ein potenzieller Nebeneffekt vieler Medikamente, zum Beispiel gegen Bluthochdruck oder Depressionen, aber auch von Nasentropfen.
    Virusinfektionen können die Speichelproduktion ebenfalls beeinträchtigen und so zu Mundtrockenheit führen.
    Generell kann alles, was Ihren Körper austrocknet, auch zu Mundtrockenheit führen, also z. B. Fieber, übermäßiges Schwitzen, Erbrechen, Durchfall usw.