Soforthilfe bei Mundgeruch – Mundhygiene und Zahnreinigung

    In dieser Artikelserie wollen wir auf alle Maßnahmen gegen Mundgeruch eingehen, mit denen Sie eine schnelle Verbesserung erreichen können. Sie sind hier als lokale Maßnahmen bezeichnet, weil Sie lokal im Mundraum wirken und eher auf symptomatischer Ebene und in den meisten Fällen noch nicht unbedingt zum Kern des Problems vordringen.

    Aber Sie können mit diesen Soforthilfemaßnahmen schnell und unkompliziert eine durchgreifende Veränderung zum Positiven erfahren, wodurch Sie Motivation und Selbstbewusstsein schöpfen können, um dann den entscheidenden letzten „Schlag“ gegen Ihren unangenehmen Begleiter Mundgeruch führen können. Wie Sie dazu konkret vorgehen müssen und auf die genaueren Zusammenhänge gehen wir in den weiteren Artikeln ein.

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    Mundhygiene bei Mundgeruch

    Der erste Schritt ist ebenso naheliegend wie wichtig: Die richtige Mundhygiene. Sie ist eine (wenn auch nicht die einzige) entscheidende Voraussetzung, um sich dauerhaft vom Mundgeruch verabschieden zu können. Eine optimale Mundhygiene trägt dazu bei, Fäulnisprozesse im Mundraum, hervorgerufen durch Ablagerungen und Bakterien, zu unterbinden. Außerdem ist sie mit die Grundlage für die Gesunderhaltung Ihrer Zähne und Ihres Zahnfleisches, wodurch wiederum weniger Schlupflöcher für Bakterien entstehen.

    Zähneputzen

    In Versuchen wurde nachgewiesen, dass intensives und richtiges Zähneputzen zu einer deutlichen Reduktion flüchtiger Schwefelverbindungen führt. Trotzdem ist schlechte Mundhygiene nicht gleichbedeutend mit Mundgeruch und Mundgeruch bedeutet nicht zwangsläufig, dass eine schlechte Mundhygiene vorliegt. Dies lässt sich dadurch erklären, dass die geruchsbildenden Bakterien, wie hier dargestellt, ein bestimmtes Milieu benötigen. Ob dieses Milieu vorhanden ist, hängt jedoch auch noch von anderen Faktoren ab, wie wir noch sehen werden. Außerdem nisten die Bakterien oft in schlecht zugänglichen Schlupfwinkeln.

    Dennoch ist natürlich die erste und elementare Maßnahme zur Bekämpfung von Mundgeruch gründliches Zähneputzen, möglichst nach jeder Mahlzeit, auf jeden Fall aber zweimal täglich. Nach neuesten Studien geht man davon aus, dass durch die Säuren der Nahrung der Zahnschmelz nach dem Essen aufgeweicht und dadurch angreifbar wird. Sofortiges Putzen im Anschluss könnte so die Zähne schädigen.

    Experten raten deshalb, nach dem Essen zunächst die Zähne gründlich zu spülen und erst später – eine halbe bis ganze Stunde nach der Mahlzeit – die Zähne zu bürsten. Mit dem Kauen von Kaugummi können Nahrungsreste und auch Bakterien von der Zunge und den Zähnen entfernt werden, denn der Kaugummi regt den Speichelfluss an. Schlechte Gerüche werden aber nicht beseitigt und der Mundgeruch ist möglicherweise für andere immer noch wahrzunehmen. Außerdem kann Kaugummi zu einer erhöhten Säurebildung führen.

    Die richtige Zahnreinigungstechnik

    Die Zähne können auch ohne Zahncreme gebürstet werden, allerdings geht hierbei der Effekt der Schmiergelstoffe, welche die Zähne glatt machen und die Reinigung vereinfachen, verloren. Wichtig: Beim Zähneputzen gilt es zu beachten, dass für eine gründliche Reinigung eine korrekte Zahnputztechnik zur Anwendung kommen muss. Mit der Eingabe „Zahnputztechnik“ unter google.de finden Sie entsprechende Seiten im Internet, die Ihnen die Technik näher erläutern.

    Beispiel einer Zahnputztechnik

    Mundgeruch-ZaehneputzenEine Vorgehensweise die so genannte Bass-Technik. Hierbei setzt man die Zahnbürste spitzgewinkelt und mit leichtem Druck am Zahnfleisch auf und rollt dann mit einem leichten Vibrieren über die gesamte Oberfläche der Zähne. Hierbei muss man beachten, dass immer vom Zahnfleisch zu den Zahnoberflächen gegangen wird.

    Bei den Backenzähnen beginnt diese Technik, dann geht man zu der anderen Seite zu den Backenzähnen und reinigt zum Schluss erst die Frontzähne. Es müssen erst die Außenflächen und dann die Innenflächen gereinigt werden.

    Für die Reinigung der Schneidezähne setzt man die Zahnbürste aufgerichtet auf und bürstet. Die Kauflächen sind die einzigen, die richtig geschrubbt werden dürfen, alle anderen Flächen müssen gewischt werden. Wirkungsvoll ist das Putzen der Zähne besonders bald nach dem Essen, denn es befinden sich zu diesen Zeiten die meisten Speisereste im Mundraum. Allerdings sollte man nach den Mahlzeiten etwas abwarten. Wie oben beschrieben ist der Zahnschmelz direkt nach dem Essen weicher und daher verletzbar.

    Weiterhin sollten Sie unbedingt vor dem Schlafengehen die Zähne putzen, weil sich sonst der Fäulnisprozess wesentlich stärker entfalten kann. Folgende Fehler sollten unbedingt vermieden werden: Zuviel Zahncreme und zu starker Druck. Dadurch kann man tiefe Kerben im Zahnschmelz verursachen. Außerdem kann zu viel Druck den Rückgang des Zahnfleischs zur Folge haben.

    Beziehen Sie beim Zähneputzen auf jeden Fall auch immer den Übergang vom Zahn zum Zahnfleisch mit ein. Dazu sollten Sie nicht zu weiche Zahnbürsten verwenden, da die Massage des Zahnfleisches sehr wichtig für die Zahngesundheit ist und die härteren Borsten auch in die Zwischenräume besser eindringen. Sie können die Reinigungswirkung mit der Zunge testen. Die Zähne sollten sich überall richtig glatt anfühlen.

    Im Idealfall verwenden Sie eine elektrische Zahnbürste, da diese deutlich effektiver reinigt. Bakterien können sich bis zu zwei Wochen lang auf einer Zahnbürste halten. Deshalb sind auch die Sauberkeit der Bürste und ein regelmäßiger Bürstenwechsel wichtig. Spülen Sie die Zahnbürste nach Gebrauch gründlich mit möglichst warmem Wasser aus. Auch bei Mundspülungen ist warmes Wasser wesentlich effektiver.

    Gebrauch von Zahnseide

    Ebenfalls Pflicht ist die tägliche Benutzung von Zahnseide, Zahnreinigungsband oder Interdentalbürsten. Nur wenn Sie regelmäßig auch die Zahnzwischenräume reinigen, die mit der Zahnbürste nicht erreicht werden, können Sie Bakterienbiotope an diesen schwer zugänglichen Stellen verhindern. Aber Zahnseide muss richtig angewendet werden, um wirkungsvoll zu sein: Es reichen etwa 50 cm Zahnseide pro Anwendung. Dabei werden die Enden um die Zeigefinger gewickelt, bis sich die Mittelfinger, die nach innen gestreckt sind, minimal berühren. Jetzt muss die Zahnseide gespannt werden, dies geschieht mit den Mittelfingern. Nun muss die Zahnseide im gespannten Zustand durch die einzelnen Zahnzwischenräume gezogen werden. Einfacher ist die Anwendung von fertigen Zahnseidehaltern oder Interdentalbürsten.

    Professionelle Zahnreinigung

    Auch wenn sich Zahnstein gebildet hat, kann das zu Mundgeruch führen, abgesehen davon, dass Zahnstein Karies fördert. In einem ca. sieben Tage alten Zahnbelag haben sich schon 100- bis 300 Millionen Mikro-organismen und Bakterien angesammelt bzw. gebildet. Diese zerstören nicht nur den Zahnschmelz, sie können auch üble Gerüche erzeugen. Deshalb sollte Zahnstein immer gründlich entfernt werden. Dies kann jedoch nur der Zahnarzt.

    Eine zweimal jährlich durchgeführte professionelle Zahnreinigung durch den Zahnmediziner rundet daher die optimale Mundpflege ab. Natürlich ist es immer besser, es gar nicht so weit kommen zu lassen und durch ständige Mundhygiene dem Zahnstein und somit auch Mundgeruch so weit es geht vorzubeugen. Allerdings ist Zahnstein auch durch die beste Pflege nicht ganz aufzuhalten. Er muss letztendlich immer vom Dentisten entfernt werden.

    Lesen Sie in den folgenden Beiträgen mehr zum Thema Mundgeruch