Helfen Mundwasser und Mundspülungen bei Mundgeruch wirklich?

    Mundwasser-Mundspuelung-Mundgeruch Mundspülungen mit ätherischen Ölen überdecken den Mundgeruch für eine gewisse Zeit und haben in der Regel keine lang anhaltende Wirkung. Sobald die ätherischen Öle aus dem Mundwasser wieder verflogen sind, setzt sich der Mundgeruch wieder durch. Gerade bei der Bekämpfung der Fäulnisbakterien stellen Mundwässer keine dauerhafte Hilfe dar. In Kombination mit der oben beschriebenen Zahn- und Zungenreinigung kann ein ätherisches Mundwasser aber durchaus eingesetzt werden, da es immerhin kurzfristig Linderung verschafft.

    Mundspülungen gegen Mundgeruch auf Alkoholbasis

    Alkoholhaltige Mundspülungen verschlimmern das Problem sogar, weil sie den Mund austrocknen. Sie sollten daher immer Spülungen ohne oder mit wenig Alkohol bevorzugen.
    Auch (alkoholfreie) Mundspülungen mit Chlorhexidin-Lösungen sind bei „normalem“ Mundgeruch nicht sinnvoll, da sie bei Langzeitgebrauch Nebenwirkungen hervorrufen. Kurzfristig können solche Produkte z. B. zur Behandlung von akuten Entzündungen angezeigt sein. Deren Behandlung gehört dann aber in die Hand des Zahnarztes.

    Antibakterielles Mundwasser bei Mundgeruch

    Im Regelfall ist der Einsatz von antibakteriellen Mundwässern generell bei „normalem“ Mundgeruch nicht weiterführend. Wie wir in einem weiteren Beitrag gesehen haben, sind auch die geruchsbildenden Bakterien ein natürlicher und nützlicher Bestandteil der Mundflora, nur eben nicht im Übermaß.
    Antibakterielle Mundspülungen töten jedoch alle Bakterien im Mundraum ab. Wenn sich die Mundschleimhäute nach einer solchen Brachialkur wieder neu besiedeln, hat sich an den Voraussetzungen nichts geändert. Im günstigsten Fall besteht das Problem unvermindert weiter, im ungünstigsten verschärft es sich noch, da die schützende Mundflora angegriffen oder zerstört wurde und sich so die unerwünschten Bakterien unter Umständen umso stärker vermehren können.
    Auch antibakterielles Mundwasser, das bis zu einem gewissen Grad selektiv hauptsächlich auf die geruchsbildenden Bakterien wirkt, ist nicht zum Dauergebrauch zu empfehlen.

    Mundspülungen hausgemacht

    Nur bedingt sind Spülungen mit Wasserstoffperoxid zu empfehlen. Auf Grund der sauerstofffördernden Wirkung hat Wasserstoffperoxid auch einen potentiell positiven Einfluss auf das Bakterienklima im Mundraum.
    Allerdings sollten aufgrund möglicher Nebenwirkungen und damit keine zu starke antibakterielle Wirkung entsteht Wasserstoffperoxid-Spülungen nur stark verdünnt angewendet werden. 3-prozentige Lösungen sollten Sie nicht regelmäßig oder gar dauerhaft verwenden, sondern noch fünf bis zehnmal verdünnen.
    Aus dem oben bereits erwähnten Natriumbikarbonat (Natron) können Sie auch eine Mundspülung herstellen. Lösen Sie dazu einen Teelöffel in einem Glas Wasser auf.
    Auch eine Spülung nach dem Essen mit Teebaumöl in Wasser (7 Tropfen auf ¼ l Wasser) oder mit Myrrhetinktur wirkt sehr gut, und auch mit ungesüßtem grünen Tee können sie sich behelfen. Wichtig ist aber, auch diese Spülungen nicht zu oft anzuwenden, denn sie können auch die Normalflora der Mundschleimhaut beeinträchtigen.
    Eine in Russland, besonders nach dem Unglück in Tschernobyl, angewendete Methode ist das Ölspülen zur Entgiftung. Dazu nehmen Sie ein hochwertiges natives Speiseöl, z. B. Oliven-, Sesam oder Sonnenblumenöl, in den Mund und lassen es ca. 15 Minuten darin kreisen. Danach hat es die meisten Gifte aus der Mundschleimhaut gezogen und sieht meist dicklich trüb oder weißlich aus. Sie spucken es dann einfach aus.

    Eine weitere mögliche Spülung kann auch aus Obstessig und Wasser gemischt werden. Hierzu mischen Sie drei Esslöffel Essig mit einem Glas Wasser und dann etwa alle drei Stunden die Mundspülung anwenden.