Hausmittel gegen Mundgeruch

    Hausmittel-Mundgeruch
    In unserer Serie zu Sofortmaßnahmen als Abhilfe bei Mundgeruch gehen wir in diesem Beitrag auf verschiedene Hausmittel und Nahrungsmittel ein.

    Kräuter
    Hilfreich bei Mundgeruch sind frische Kräuter wie Petersilie, Pfefferminz, Thymian, Majoran oder Salbei. Das Kauen von frischen Blättern hilft nicht nur kurzfristig. Die enthaltenen Wirkstoffe tragen auch langfristig zur Wiederherstellung oder zur Erhaltung eines gesunden Milieus in der Mundhöhle bei.
    Da Sie ja sowieso viel trinken sollten, können Sie zusätzlich auch Teezubereitungen dieser Kräuter zu sich nehmen.
    Sehr hilfreich ist auch Nelkenwurztee.
    Bei entzündlichen Vorgängen in der Mundhöhle hilft eine Abkochung von Abbisswurzel oder Fichtenabsud (3 Teelöffel junge Nadeln und Zapfen zerkleinert auf eine Tasse kaltes Wasser, 12-24 Stunden stehen lassen, langsam erwärmen, wieder stehen lassen, abseihen).
    Auch das Kauen von Wacholderbeeren, Gewürznelken und Ingwer sind hilfreich. Chlorophyll, der Stoff, der Blättern die grüne Farbe verleiht, neutralisiert ebenfalls strenge Gerüche. Das Blattgrün verringert die Aktivität eiweißspaltender Enzyme. Chlorophyll ist in den frischen Kräutern (s.o.) enthalten, aber auch in Form von Kaudragees erhältlich.

    Nahrungsmittel
    Wenn der Mund zu trocken ist und dadurch Mundgeruch entsteht, kann Zitrone für mehr Speichel sorgen. Hierzu träufeln Sie einfach wenige Tropfen auf die Zunge und spülen mit einem Glas Wasser nach.

    Speziell können auch rohe Karotten und Sellerie helfen, einen frischen Atem zu erhalten. Dies ist teils bedingt durch die intensive mechanische Selbstreinigung des Mundraums beim Kauen des rohen Gemüses.
    Auch der regelmäßige Verzehr von Naturjoghurt wirkt sich positiv aus. Eine japanische Studie belegt, dass damit der Schwefelwasserstoffgehalt des Atems um 80% sinkt. Diese Schwefelverbindungen sind ja maßgeblich an der Entstehung des Mundgeruchs beteiligt. Die im Joghurt enthaltenen Milchsäure-Bakterien begünstigen ein ausgeglichenes bakterielles Milieu und halten so die Ausbreitung der Geruch bildenden Bakterien in Schach.

    Honig wirkt bei Haut- und Schleimhautentzündungen sowie bei Wunden heilungsfördernd. Auch soll Honig das Wachstum günstiger Bakterien fördern. Der Honig sollte aber dafür aber bester Qualität sein, am besten direkt vom Imker sein.
    Durch die Milchsäuregärung von Sauerkraut wird bei dessen Verzehr die Mund-und Darmflora positiv beeinflusst und kann somit den Mundgeruch hemmen. Hierfür sollte Sauerkraut im rohen Zustand in kleinen Portionen verzehrt werden.

    Tomatensaft kann Mundgeruch neutralisieren.

    Weitere Tipps gegen Mundgeruch

    Durch Heilerde werden Bakteriengifte im Darm und in der Speiseröhre gebunden und anschließend auf natürliche Weise ausgeschieden. Heilerde kann auch mit gutem Erfolg als Mundspülung verwendet werden.

    Werden Bierhefezellen vor dem Schlafengehen auf die Zunge gestreut, können die Schwefelverbindungen nach etwa einer Woche fast vollständig vermindert werden. Auch der Zungenbelag wird dadurch reduziert und Mundgeruch bekämpft.

    Lutschpastillen und Kaugummis sind ohne längere und tiefergreifende Wirkung, sondern sie überdecken den Mundgeruch nur mit verschiedenen Duftstoffen. Doch immerhin regen sie den Speichelfluss an und unterstützen damit die mechanische Selbstreinigung im Mundraum.
    Wirkungsvoller sind Mundhygiene-Kaugummis mit Zinkzusatz oder mit Teebaumöl und Grünem Tee, die auch die Geruchsneubildung hemmen können.
    Ein weiterer Geheimtipp als wirksames Mittel, nicht nur für den Mund, ist Kaugummi aus ölhaltigem Weihrauch-Luban. Dabei wird eine bestimmte Sorte Weihrauch (naturbelassen) gekaut. Die Masse löst sich langsam auf oder wird ausgespuckt. Wissenschaftler im Chemielabor der Technischen Universität München haben den Inhalt von Weihrauch untersucht und mehrere hochwirksame Substanzen gefunden, die besonders gut gegen Entzündungen, Rheuma, Bronchitis, Asthma, Gicht, Arthritis und Darmentzündungen helfen.

    Sonderfall Knoblauch- und Zwiebel(mund)geruch

    Diese Form von Mundgeruch stellt keine Form von chronischem Mundgeruch dar, da er nur in Zusammenhang mit dem Verzehr dieser Lebensmittel auftritt.
    Da dieser Geruch zudem über die Lungen und die gesamten Körperporen verströmt wird, hilft hier eigentlich nur abwarten. Das Kauen von Petersilie oder ein Glas Milch nach dem Essen kann etwas Abhilfe schaffen. Auch durch Mundhygiene, Spülungen oder Kaugummis kann er – aber nur kurzfristig – überdeckt werden. Eher ist ein gutes Parfüm zur „Überschleierung“ geeignet.
    Beschleunigt werden kann der über den ganzen Körper stattfindende Ausdünstungsvorgang durch Schwitzen. Sowohl ein Saunagang als auch körperliche Aktivität kann hier hilfreich sein.
    Wenn Sie gern Zwiebelgewächse oder Knoblauch zu sich nehmen, sollten Sie diese wegen des dadurch verursachten Mund- und Körpergeruchs aber nicht vom Speiseplan nehmen. Dazu sind ihre langfristigen gesundheitlichen Vorzüge (z. B. Stärkung des Herzens) viel zu groß.
    So können z. B. bereits 1-2 Knoblauchzehen täglich Arterienverkalkung und hohem Blutdruck vorbeugen. Außerdem beugen sie Gärungen und Blähungen vor und stärken sämtliche Verdauungsorgane sowie das Immunsystem. Ebenso sind diese Gewächse ausgezeichnete Bakterienkiller. Dazu kommt eine durchblutungsfördernde und entgiftende Wirkung. Bei chronischem Mundgeruch sind Zwiebeln und Knoblauch daher langfristig sogar eher hilfreich.
    Zusatztipp: Bei Heiserkeit und Husten, die oft auch Mundgeruch verursachen, gibt es ein wirksames altes Hausmittel mit Zwiebel: Die Zwiebel müssen Sie hacken oder schneiden, mit Honig übergießen und einige Zeit stehen lassen. Wenn sich Saft gebildet hat, können Sie diesen löffelweise einnehmen bzw. verabreichen

    Sonderfall Rauchermundgeruch

    Gegen Mundgeruch durch Rauchen hilft natürlich am besten, mit dem Rauchen aufzuhören. Da mit jeder Zigarette das Problem immer wieder von neuem verursacht wird, können Sie höchstens die Symptome bekämpfen, das eigentliche Problem aber nicht loswerden.
    Rauchen fördert übrigens auch die Übersäuerung des Körpers und kann somit auch für „normalen“ Mundgeruch sorgen.
    Wenn Sie (noch) nicht mit dem Rauchen aufhören können oder wollen, können Sie nur gegen die Symptome angehen. Dazu sind alle Maßnahmen hilfreich, die zur Bekämpfung von Mundgeruch hier angeführt wurden. Abzuraten ist jedoch von so manchen speziellen Raucher-Zahncremes, denn diese enthalten häufig Stoffe, die wie Schmirgelpapier wirken und den Zahnschmelz – gerade bei längerer Verwendung – schädigen können.
    Wenn Sie das Übel an der Wurzel packen wollen, also mit dem Rauchen aufhören.