Schnarchen – Ursachen Auswirkungen und Abhilfe

    Schnarchen-Ursachen-Auswirkungen-Abhilfe_54798413_XSEs gibt nichts Schlimmeres für die Nachtruhe, als einen Schnarcher im Hotel, im Wohnblock, im Kurhaus oder gar im eigenen Bett zu haben! Menschen, die nachts schnarchen, werden verflucht, besprochen, belächelt. Dabei ist häufig das Geräusch aus dem Schlafzimmerfenster ein Alarmsignal!

    Denn Schnarchen ab einem bestimmten Maß ist eine Schlafstörung mit weitreichenden Folgen. In einigen Fällen des Schnarchens deutet das veränderte Schlafverhalten auch auf andere Erkrankungen des Körpers hin. Bei rechtzeitiger Diagnose können diese erfolgreich behandelt werden. Zugleich bestehen gute Chancen, dass hiermit zugleich dauerhaft Abhilfe gegen Schnarchen geschaffen wird.

    Auswirkungen des Schnarchens auf den Betroffenen

    Nächtliches Schnarchen entdecken Betroffene nicht in jedem Fall selbst. Überwiegend wecken Mitschläfer die »Störenfriede«, oder am Morgen erfährt der Schnarcher von seiner »Geräuschkulisse«. Möglich ist es auch, dass ein Mensch vermeintlich gut geschlafen hat und trotzdem tagsüber müde bleibt.

    Wer nachts von seinem eigenen Schnarchen aufwacht, nimmt dies meist nicht bewusst wahr. Je häufiger diese Schlafstörung auftritt, umso geringer ist am nächsten Tag die mögliche Leistungsfähigkeit. Je müder jemand am Abend schlafen geht, umso wahrscheinlicher wird er erneut schnarchen. Müde Muskulatur des Rachenraumes erschlafft stärker und verschlimmert dadurch das Phänomen.

    Bei einer Schlafapnoe treten neben extrem lautem Schnarchen auch Atempausen auf. Der Augenblick, in dem der Körper auf den Atemstillstand reagiert, führt zum nächsten, lauten Schnarcher. Schläfer mit dieser lebensbedrohlichen Schlafstörung fühlen sich tagsüber sehr müde oder erschöpft und entwickeln ein kaum zu bezwingendes Schlafbedürfnis, die Hypersomnie.

    Nachts ist die stärkste Auswirkung des Schnarchens das Auftreten von fünf bis 10 Atemaussetzern pro Stunde, diese bis etwa 10 Sekunden oder gar länger. Tagsüber steigt die Unfallgefahr durch die Dauermüdigkeit. Auch physische Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder psychologische Störungen wie Depressionen oder Angstzustände können Auswirkungen des Schnarchens in diesem Ausmaß sein.

    Körperliche Ursachen des Schnarchens sowie ernährungsbedingte Schlafstörungen

    Kinder und Jugendliche von gesunder, körperlicher Verfassung sind nur selten Schnarcher. Vergrößerte Rachenmandeln oder eine Kieferfehlstellung führen dennoch gelegentlich zur Schlafstörung. Im Verlauf des Lebens beginnen übergewichtige Menschen verstärkt zu schnarchen. Denn hier verengen Fettablagerungen den Bereich der oberen Luftwege.

    Bei Halsentzündungen und anderen Entzündungen des Hals-Nasen-Rachenraumes kommt es ebenfalls vorübergehend zum Schnarchen. Hauptsächlich Männer ab dem 50. Lebensjahr werden aufgrund des körperlichen Alterungsprozesses, oft gepaart mit entwickeltem Übergewicht, zu häufigen oder dauerhaften Schnarchern.

    Frauen können jedoch genauso betroffen sein. Ungünstige Ernährungs- und Genussgewohnheiten verstärken das nächtliche »Bäume sägen«. Durch den Genuss von Alkohol erschlaffen die Muskeln, was je nach Wirkungsgrad zu sehr lautem Schnarchen führen kann. Wer raucht und viel Kaffee trinkt, dessen Schleimhäute schwellen nachts an. Dies erschwert eine erholsame Nachtruhe und führt zur beschriebenen Schlafstörung mit ungünstigen Auswirkungen auf den Alltag.

    Mögliche Ursachen der »Schlafapnoe« (Atempause im Schlaf)

    Bei der medizinischen Bezeichnung der Schlafapnoe ist zwischen der »obstruktiven«, also körperlich verursachten und der »zentralen«, also neurologisch verursachten Schlafapnoe, zu unterscheiden. Bei der »obstruktiven« Form sind die Atemwege entweder im Schlaf verlegt oder grundsätzlich verengt.

    Weil die Muskeln im Schlaf nicht kräftig genug sind, um den Widerstand der Atemwege zu überwinden, entsteht ein Atemaussetzer. Erst, wenn bei dieser Schlafstörung der Sauerstoffgehalt im Blut einen kritischen Wert erreicht, löst der Körper Alarm aus, der Schnarcher erwacht kurz, atmet – und schnarcht weiter, sobald die Werte wieder normalisiert sind. Menschen mit Adipositas (Übergewicht) machen 80 % der Patienten mit einer obstruktiven Schlafapnoe aus.

    Andere körperliche Ursachen können ein Fliehkinn (zurückliegender Unterkiefer) oder eine vergrößerte Zunge / große Mandeln sein. Jeder 10. Schnarcher mit einer zentralen Schlafapnoe leidet unter einer Befehlsstörung, die vom Gehirn gesteuert wird. Im Schlaf erhalten die Atemmuskeln erst bei Gefahr durch Sauerstoffmangel den Befehl zum Atmen. Inzwischen kann der Atemaussetzer bis zu 10 Sekunden, selten länger, anhalten.

    Dieser Form des Schnarchens geht häufig eine sehr flache Atmung voraus (Cheyne-Stokes-Atmung). Ein Schlaganfall kann Ursache für diese Form der Schlafstörung sein. Eine Diagnose und die Bestimmung geeigneter Therapieformen stellt ein Schlaflabor.

    Diagnose Schnarchen: Im Schlaflabor auf Ursachenforschung gehen

    »Gelegenheitsschnarcher«, die nach einem anstrengenden Tag oder einer Party nur selten unter dieser Form der Schlafstörung leiden, können ohne Arzt künftigen »Ausrutschern« entgegenwirken. Taucht allerdings ein Atemaussetzer häufig oder gar in jeder Nacht auf, sollten Schnarcher einen Arzt für eine exakte Diagnose aufsuchen.

    Sinnvoll ist es, zur Erstberatung den »mitleidenden« Zweitschläfer mitzubringen. So erfährt der Arzt mehr über die Häufigkeit, Lautstärke und weitere Symptome des Schnarchens. Im ersten Schritt nach der Abklärung gibt der Arzt dem Schnarcher Messgeräte mit nach Hause. Erhärtet sich hier der Verdacht einer Schlafapnoe, erfolgt zügig eine Überweisung zum Schlaflabor.

    Zur Ursachenforschung wertet das Schlaflabor während einer oder zwei Nächte verschiedene Messwerte beim Schnarcher aus. EEG, EKG, Pulsoxymetrie, EOG, EMG und Atemflussmessung an Mund und Nase zeigen in der Analyse die nächtlichen Herz-, Blut-, Muskel-, Augen- und weiteren Aktivitäten. Was Körper und Gehirn tun, bestimmt die Form der Schlafapnoe näher.

    Aus diesen Analysewerten kann eine erfolgversprechende Abhilfe gegen Schnarchen unter medizinischer Anleitung beginnen. Erweist sich eine sekundäre Ursache als Auslöser der Atemaussetzer, folgen weitere Untersuchungen bei Fachmedizinern wie einem Neurologen, einem HNO-Arzt oder einem Kieferchirurgen.

    Dauerhafte Abhilfe gegen Schnarchen durch die angemessene Therapie

    Erweist sich eine angenommene Schlafapnoe als eine andere Form des Schnarchens, so helfen Diäten oder eine Umstellung der Ernährungs- und Genussgewohnheiten, die Schlafstörung zu lindern. Liegt doch eine Schlafapnoe vor, kommt es für die richtige Therapie auf die Schwere der Atemaussetzer an.

    In leichten Fällen lässt sich das Schnarchen behandeln, indem Diäten oder Medikamentenumstellungen unter medizinischer Betreuung stattfinden. Mechanische Unterstützung bieten Alarmgeräte, die den Schnarcher wecken, sobald er die Rückenlage einnimmt. Schon ein Tennisball im Pyjama-Rückenteil hilft dabei effektiv. Gebräuchlich sind auch Biss-Schienen für den Unterkiefer, welche die Atemwege weit halten und somit eine Abhilfe gegen Schnarchen für die ganze Nacht bieten.

    Bei einer schwereren Form der Schlafapnoe ist die bessere Sauerstoffversorgung wichtig. Atemmasken blasen Raumluft in Nase und Mund. Dadurch erschlaffen die Atemwege nicht, und die Atemaussetzer sind für die ganze Nacht verhindert. Welche Atemmaske günstig für die Therapie ist, entscheidet der Arzt, der das Schnarchen behandeln wird.

    So gibt es auch befeuchtete Luft-Atemmasken oder sauerstoffangereicherte Therapieunterstützung. In wenigen Fällen müssen die verengten Atemwege operativ geweitet werden, um das Schnarchen zu behandeln. Oft genügt für kleinere Eingriffe eine Teilnarkose. Nur bei schwerwiegenden Ursachen der Schlafapnoe muss unter Vollnarkose eine Operation der oberen Atemwege erfolgen, welche künftige Atemaussetzer verhindert.

    Vorbeugen ist besser als heilen – das gilt auch für das Schnarchen

    Beste Vorbeugung gegen das Schnarchen ist eine gesunde Lebensweise, am besten schon von Kindheit an. Macht sich im Laufe des Lebens eine körperliche Veränderung bemerkbar (meist in Form von Übergewicht), sind Bewegung an frischer Luft und gesunde Ernährung die »besseren Ärzte« als das Schlaflabor.

    Eltern unterstützen ihre Kinder effektiv bei der Vermeidung einer späteren Schlafapnoe, falls in der Familie Kieferfehlstellungen oder starkes Schnarchen bekannt sind. Der Kieferorthopäde kann häufig früh eingreifen und dabei helfen, ein mögliches Schnarchen zu behandeln, bevor es überhaupt entsteht. Auch Menschen in einer Partnerschaft können einander ab den frühesten Anzeichen von Schnarchen beim künftigen Vorbeugen unterstützen. Der Schnarcher hört sich nicht.

    Aber wenn ihm sein Partner davon erzählt und er mögliche Ursachen bereits ahnt, kann eine gemeinsame Vorbeugung viele buchstäblich schlaflose Nächte (für den einen oder anderen) vermeiden. Schließlich ist ein Leben ohne Schnarchen grundsätzlich gesünder – für Körper, Geist, Seele und sympathische soziale Kontakte.

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