Bedingungsloses Grundeinkommen für eine gesunde Gesellschaft

    Soziale UngleichheitGeschichtlich zeigt sich stets ein vergleichbarer Trend zwischen Gesellschaft und Fortschritt. Ging es den Menschen sozial gut, blühten die Künste jeglicher Art auf. Daraus entstünde ein großer Nutzen für ALLE.
    Gute Ansätze zum Modell »Reichtum birgt Schöpferkraft« zeigen sich in der Renaissance.

    Gerade das Kreative, Erfinderische zeichnet den Menschen aus. Entfalten wird er es nur, wenn er ohne Not sein Leben finanzieren kann.

    Ebenfalls würde sich der Sinn für Spirituelles und Esoterisches selbständig entfalten. Denn die Sehnsucht nach diesen geistigen Ebenen schlummert in jedem Menschen. Mit der Umsetzung des bedingungslosen Grundeinkommens nähmen sich die Menschen Zeit dafür.
    Seit einigen Jahren ist ein deutlicher Interessenzuwachs auf diesen Gebieten erkennbar. Das stimmt hoffnungsvoll. Denn es beinhaltet eine gesunde Bewusstseinserweiterung in die richtige Richtung. Bleibt zu hoffen, dass es schneller und intensiver bei möglichst vielen Menschen geschieht, bevor die destruktiven Kräfte zu viel sozialen Schaden angerichtet haben.

    Das Alibi der Reichen – entzogen durch bedingungsloses Grundeinkommen

    Der angebliche Kampf jeder Gesellschaft um die Religionen ist in Wahrheit nichts als ein Alibi für die Gier nach Reichtum und Macht. Dieses Spannungsfeld könnte durch ein bedingungsloses Grundeinkommen beigelegt werden. Denn alle Weltreligionen erkennen an: Es gibt nur diesen einen Gott; diese eine Schöpferkraft; eine Quelle des »Chi« (unserer Lebenskraft). Wie immer es ein Mensch bezeichnet – ohne Sorge um Nahrung und Lohn würde er sich automatisch stärker mit solchen Aspekten beschäftigen. Die Armen in ihrer Not empören sich gegen die Reichen.  Die Reichen leben stets in Angst um ihren Reichtum. Ausländer sind ein weiteres willkommenes Hetzopfer. Muslimische Mitbürger sind beliebte Zielscheibe und häufiges Alibi, um vor der »Gefahr durch Unterwanderung und Terrorismus« Angst zu schüren.

    So lange Menschen  untereinander mit Neid und Schuldzuweisungen beschäftigt sind, lachen sich die Regierenden ins Fäustchen.

    Ebenso sichern sich die Reichen, die Gesellschaft und Politik oft manipulieren, ihre fetten Einkunftssäcken, geschützt hinter spitzen Zäunen.

    Bedingungsloses Grundeinkommen für ausgewogenere Machtverhältnisse

    Irgendwann nützt dem sicheren Reichtum auch der beste Schutz nichts mehr. Das zeigen die aktuellen Entwicklungen der Gesellschaft in den arabischen Ländern. Doch auch dort bleibt noch zu klären, wer wen wozu manipuliert hat.
    Gewalt ist immer ein falsches Mittel. Durch das bedingungslose Grundeinkommen würde ihr die tiefste Motivation, nämlich Angst, entzogen werden.

    Ghandi, der wohl friedliebendste Revolutionsführer der Geschichte, sagte: »Mein Glaube an die Gewaltlosigkeit verpflichtet mich zu äußerster Entschlossenheit. Da bleibt kein Raum für Feigheit oder Schwäche. «

    Dabei zeigte als Gegenbeispiel die friedliche Revolution am Ende der DDR, dass das Volk, wenn die Menschen aller sozialen Schichten einheitlich handeln, eine sehr starke politische Macht ausübt. Die Initiative »Leipziger Montagsdemo« führt hat einen treffenden Slogan auf ihrer Internetseite: »Wer heute nicht auf die Straße geht, muss sie morgen für einen Euro fegen! «

    Freiwilliger Gewaltverzicht durch bedingungsloses Grundeinkommen

    Die Not der Menschen und die der ausgebeuteten Erde sind ebenfalls Ausdruck ausgeübter Gewalt. Kein Mensch kann wissen, ob die nächste Revolution so friedlich ausgeht. Deshalb wäre die wesentlich intelligentere Lösung das bedingungslose Grundeinkommen.

    Allgemeiner sozialer Wohlstand würde der Gewalt und der Spannungsspirale den Boden entziehen.

    Reich an Leib und Seele würden dadurch alle Menschen weltweit.
    Schon im Koran steht diese Weisheit: »Wer eine Sünde begeht, der begeht sie nur gegen seine eigene Seele.«
    David verheißt in der Bibel dies: »Wenn der Frevler sein Schwert wieder schärft, seinen Bogen spannt und zielt / dann richtet er tödliche Waffen gegen sich selbst, bereitet sich glühende Pfeile. «

    Bedingungsloses Grundeinkommen bedeutet eine gesunde Gesellschaft

    Die gesundheitlichen Vorteile eines bedingungslosen Grundeinkommens sind immens.
    Wir wissen heute, dass alle Krankheiten zum größten Teil psychische, energetische Ursachen haben. Eine Ausnahme ist die Vergiftung durch Umweltgifte.

    Obwohl die Menschen wissen, dass Arbeitslosigkeit, Armut und Erfolglosigkeit gesellschaftsbedingt produziert werden, leidet jeder Betroffene persönlich darunter. Das schafft inneren Leidensdruck, schwächt die Abwehrkräfte und schädigt die Gesundheit.

    Chronische Krankheiten, Süchte und weitere psychische Probleme sind bekannte Folgen.  Das könnte eine gesicherte Existenz, ein sozial würdiges Leben ohne Leistungsdruck, dafür mit dem Anreiz der Kreativität, verhindern. Solch positive Anreize setzen in allen Menschen Kräfte frei. Motivation stärkt die Selbstheilungskräfte enorm, wie die Quantenheilung und die Geistheilung beweisen.
    Gerade die Menschen, die NICHT mit den Ellenbogen im Alltag, speziell am Arbeitsplatz, unterwegs sind, finden sich und ihre Familie in den Diskrepanzen gegenwärtigen Gesellschaft oft auf der materiell gesehenen »Verliererseite« wieder.

    Alle gewinnen durch bedingungsloses Grundeinkommen

    Wertvolle soziale Eigenschaften erfahren in Zeiten ohne Not wieder mehr gesellschaftliche Wertschätzung.
    Diejenigen, die erfolgreich im Geldverdienen sind, sieht man heute als soziale Gewinner. Doch dazu überfordern sie sich – ohne Rücksicht auf Familie und Umfeld – permanent auf der Überholspur. Entfiele der Leistungsdruck, könnten sie sich endlich die Entschleunigung vom heißen Asphalt der Jagd nach Reichtum gönnen.
    Ansonsten werden diese Menschen reihenweise durch Herzinfarkte, Schlaganfälle oder Burn out von eben jener Spur gefetzt.

    Diejenigen, die sich ihren Reichtum durch Ausbeutung anderer erpresst haben, könnten sich bei einem bedingungslosen Grundeinkommen für alle endlich so etwas wie ein gutes Gewissen leisten.

    Noch bleibt dieser fromme Wunsch ein unbezahlbarer Luxus. Sorgen muss man sich um diese Sorte Mensch sicher nicht machen. Ihr Reichtums würde sich dann halt etwas langsamer vermehren.

    »Niemand ist ein hoffnungsloserer Sklave als die / die fälschlicherweise annehmen, sie seien frei.« – Johann Wolfgang von Goethe

    Argumente wider das bedingungslose Grundeinkommen

    »Aber das ist doch nicht bezahlbar! « – Haben die Menschen recht, die händeringend diese Worte ausrufen?
    Verblüffenderweise ist es rechnerisch nachgewiesen, dass man das bedingungslose Grundeinkommen sehr wohl unter den heutigen Wirtschaftsbedingungen finanzieren KANN.
    Die Berechnungen des Thüringischen Ministerpräsidenten Dieter Althaus z. B. zeigten:

    Diese Angleichung käme sogar günstiger als die momentanen sozialen Ausgaben, die trotzdem den Lebensunterhalt ganzer Familien nicht würdig abdecken.

    Er fordert ein bedingungsloses Grundeinkommen von 800 €. Davon sollen 200 € Krankenkassen-Versicherung abgehen. Der Staat würde im Vergleich zu jetzigen Ausgaben sogar ca. 150 Milliarden Euro einsparen.
    In den USA bzw. Kanada wurde das Modell einer negativen Einkommenssteuer schon einmal praktisch erprobt. Der Amerikaner Milton Friedmann baute es weiter aus.
    Inzwischen kommt diese Variante in der Gesellschaft hin und wieder ins Gespräch. Dieses Modell legt ein Finanzieren durch die negative Einkommenssteuer zugrunde.

    Panik vor bedingungslosem Grundeinkommen ungerechtfertigt

    Obwohl beim Modell der negativen Einkommenssteuer ein sehr positives Ergebnis heraus kam, wurden die Projekte teilweise abrupt beendet. Die sozial erstaunlichen Ergebnisse, die man anders für die Auswirkungen auf Gesellschaft und Arbeitswelt vorausgesehen hatte, sollten nicht veröffentlicht werden.
    Dennoch gelangten später nach und nach spärliche Informationen an die Öffentlichkeit. Die Arbeitsaufnahme der Menschen in Zeiten ohne Not war jedenfalls dadurch nicht beeinträchtigt worden.
    Bei allen Modellen zur Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens wird das Steuersystem sehr stark vereinfacht. Dagegen hätte wohl kein Mensch etwas einzuwenden. Bürokratie und staatliche Kontrollen, vor allem behördliche Willkür, könnten in hohem Maße abgebaut werden.
    Für Deutschland gibt es aktuell 5 bekannte Modelle.

    Bedingungsloses Grundeinkommen – CDU-Idee »Bürgergeld«

    Man staune: Die CDU schlägt ein Bürgergeld von 800 € und 50% Einkommensbesteuerung vor. Alternativ sollen 400 € bedingungsloses Grundeinkommen bei 25% Besteuerung ausgezahlt werden. An Bedingungen soll die Variante nicht geknüpft sein.
    Die Menschen können das Modell selbst auswählen. 200 € geben sie für eine Krankenversicherung ab. Kinder bis 14 Jahre in jeder Familie bekommen 500 €.
    Die Steuer wird mit dem Bürgergeld verrechnet. Verdient jemand beispielsweise 2000 € und wählt den Steuersatz von 25%, hat er 500 € Steuern. Davon wird das Bürgergeld abgezogen. 100 € Steuern sind noch zu finanzieren und das Gesundheitsgeld von 200 €. Konkret verbleiben ihm 1700€ monatlich, um sich, seine Familie und ein gesundes Leben zu finanzieren.
    Arbeitslose könnten den Steuersatz 50% mit 800 € wählen. Bei Abzug des Gesundheitsgeldes kämen sie auf 600 €. Bereits dies würde eine höhereLebensqualität trotz fehlenden Arbeitsplatzes bedeuten.

    Götz Werner und Bündnis 90/Grüne – Staffelmodelle für bedingungsloses Grundeinkommen

    Das Götz Werner Modell sieht ein bedingungsloses Grundeinkommen von 650 € vor. Dieses soll staffelweise auf 1500 € gesteigert werden. Es gibt nur die Konsumsteuer in Höhe von 50 % auf Konsumgüter.
    Langzeitarbeitslose, Behinderte sowie Rentner bekommen je nach sozialer Bedürftigkeit Zusätze. Krankenkassenbeiträge gibt es nicht.

    Grundeinkommen und Verdienst steht uneingeschränkt jedem Menschen jedes sozialen Standes der Gesellschaft, auch Kindern, bedingungslos zur Verfügung.

    Das Modell Grundsicherung von Bündnis 90 / Grüne sieht für Kinder 400 Euro, für Erwachsene 500 Euro und für Rentner bis 700 Euro vor. Für besondere soziale Bedürftigkeit können Zuschläge erfolgen.
    Krankenkassen-Versicherung wird nicht abgezogen. Es gibt auf jedes Einkommen, auch die Grundsicherung, 25% Steuerabzug. Weiter Steuererhöhungen für Konsum und Umweltschutz sind geplant.

    Bedingungsloses Grundeinkommen – flexibel nach dem Modell der Piratenpartei

    Das Modell der Piratenpartei bleibt vorläufig weniger konkret. Die Partei befürwortet allerdings grundsätzlich die existenzsichernde Verfügbarkeit eines bedingungslosen Grundeinkommens. Konkrete Zahlen liegen derzeit noch nicht vor.
    In Anlehnung an das »Götz-Werner-Modell« soll während einer Übergangszeit schrittweise vor allem die derzeitige Sozialhilfe und Hartz 4 an das Grundeinkommen angepasst werden. Schliesslich, so die Piratenpartei, strebe man für jeden Menschen der Gesellschaft den Satz von 1500 € (nach Götz Werner) an.
    Kinder sollen bis zum 27. Lebensjahr mit 500 € sozial abgesichert werden. Eventuell kann man das System an die persönlichen Verhältnisse in Familien, etwa an einen momentan fehlenden Arbeitsplatz, akute Not durch Krankheit oder Schicksalsschläge, anpassen.

    Breitbandmodell zum »selbstfinanzierenden« bedingungslosen Grundeinkommen

    Das Bandbreitenmodell soll sich vor allem darum bemühen, bei einem bedingungslosen Grundeinkommen und niedriger Arbeitszeit möglichst viele Arbeitsplätze im Inland zu sichern. Dies ermöglicht der Wegfall aller Steuern, außer einer hohen Umsatzsteuer.
    Diese Umsatzsteuer wiederum ist von der Anzahl der Arbeitnehmer abhängig. Je mehr Arbeitskräfte ein Unternehmer beschäftigt, desto weniger Umsatzsteuer braucht er auf seine Produkte legen. Umso besser verkaufen sich diese, wenn immer mehr Menschen in immer mehr Familien mit ihrem Geld mehr als nur Nahrung und Körperpflege finanzieren können.
    Dabei darf  ein Arbeitnehmer maximal 1.200 Jahresstunden Arbeitszeit bei erstens mindestens 40.000 € Lohn pro Jahr arbeiten. Zweitens verbleiben max. 600 Stunden jährliche Arbeitszeit für mindestens 32.000 € Lohn, drittens bei »abwesenden Arbeitnehmern« null Stunden Arbeitszeit für mindestens 24.000 € jährlichen Lohn.

    Kritik an Modellen eines bedingungslosen Grundeinkommens

    Sicher muss jedes Modell genauestens durchdacht werden. Kritiker geben zu bedenken, der Staat würde sich dann nicht mehr um das Problem der Arbeitslosigkeit in der Gesellschaft kümmern. Nun. Tut er das denn jetzt? Weiter warnen sie davor, dass sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt mit fortschreitendem technischem Automatismus zunehmend verschärfen würde.
    Ein anderes Argument lautet, dass durch das bedingungslose Grundeinkommen die Stundenlöhne noch weiter sinken würden. Denn nun hätten es die Arbeitnehmer nicht mehr unbedingt nötig, ihr Leben durch Lohn zu finanzieren.
    Doch gerade DIESES Argument befürwortet, dass dann kein Mensch mehr unter normalem Preisniveau arbeiten müsste. Auf der anderen Seite, so die Gegner, würden die Preise für Konsumgüter erheblich steigen. Am Ende wäre der Effekt wieder der, dass einige Reichtum schaffen, während Familien in ungünstigeren sozialen Gefügen sich kaum etwas leisten können.

    »Learning by doing« – oder weltweite Kostenfalle bedingungsloses Grundeinkommen?

    Ob die Befürchtungen in einer Gesellschaft mit derartigen Modellen eintreten würden, bleibt abzuwarten. Eventuell müsste das bedingungslose Grundeinkommen dann der Inflation angepasst werden.
    Sicherlich gibt es allgemein noch Regulierungsbedarf.

    Doch ließe sich dies wesentlich besser handhaben und würde zu besseren sozialen Ergebnissen führen als das jetzige unwürdige Sozialgefälle zwischen den Menschen in ein und der gleichen Gesellschaft und der zähnefletschende Umgang untereinander, besonders am Arbeitsplatz.

    Alles in Allem würde das bedingungslose Grundeinkommen wesentlich nützen. Vor allem bleibt zu wünschen, dass es weltweit Anwendung fände.
    Eine neue Zeit, wie sie von vielen Menschen hinsichtlich Gerechtigkeit und Erdheilung ersehnt wird, könnte damit eingeleitet oder der Fortschritt – auch in Fragen des Umweltschutzes – begleitet werden.

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